Produkttest: Fahrradträger

Fahrradträgertest 2013

Top-Auto, gute E-Bikes. Mercedes Kombi C 350 CDI und die Pedelecs "Trekking Rex" aus der Didi Thurau Edition als Testgespann für zehn Radträger zur Montage an der Anhängekupplung. Welcher macht das Rennen?

Fahrradträgertest 2013

Ruhe vor dem Sturm, die zehn Testträger warten auf ihren Einsatz. Im Bild von oben nach unten und von links nach rechts: Fabbri (1), Fischer (2), Paulchen (3), Eufab (4), Westfalia (5), Atera (6), Uebler (7), MFT (8), Thule (9) und Bosal (10).

Fahrradträgertest 2013

Alles im Lot. Mit der Wasserwaage wird vor jeder Testfahrt kontrolliert, ob die Fahrradträger auch wirklich waagerecht montiert sind. Nur ein Check von vielen, damit für alle Kandidaten gleiche, faire Bedingungen gelten

Fahrradträgertest 2013

Klappt gut. Wichtige Prüfung für alle Kandidaten ist deren Abklappfunktion. Wie weit schwingt der Bike-Träger zurück? Wie komfortabel lässt sich das bewerkstelligen? Wieviel Freiraum entsteht beim Öffnen der Heckklappe?

Fahrradträgertest 2013

Komplexe Aufgabe. Die Halter der Fahrradrahmen sollten universell an jeden Rohrdurchmesser anzupassen und stabil anzubringen sein, zugleich den Fahrradlack nicht zerkratzen und hohen Diebstahlschutz gewährleisten

Fahrradträgertest 2013

Gute Führung. Das Ideal für einen perfekten Fahrradträger ist komfortable und feste Fixierung der Radfelgen in den für unterschiedlichste Reifenbreiten geeigneten sowie leicht einstellbaren Führungsschienen

Fahrradträgertest 2013

Volle Verzögerung. Bei Vollbremsung wollen die Räder nach vorn kippen und der Radträger nach oben aufsteigen. Eine optimale Trägerkonstruktion mit solider Verbindung zum Kugelkopf der Anhängevorrichtung kann das verhindern

Fahrradträgertest 2013

Abruptes Ausweichen. Fahrmanöver à la Elchtest mit Tempo 50 in der Pylonengasse. Dabei wirken auf Rad und Träger Kreisel- und Kippkräfte, die schlimmstenfalls zu Blechkontakt und Brüchen der Fahrradhalter führen können

Fahrradträgertest 2013

Holprige Fortbewegung. Die Bodenwellendurchfahrt ist ein von ACE und GTÜ definierter Test mit realitätsnahem Bezug. Der Testwagen federt dabei auf einer Strecke von 20 Metern je einmal kräftig ein und aus mit teils fatalen Folgen

Fahrradträgertest 2013

Echt abgefahren. Für Fabbris Elektro-Bike Exklusiv Deluxe 2 endet die Dienstfahrt durch die Bodenwelle mit einem kompletten Abriss beider Fahrradrahmenhalter. Ein irreparabler Schaden mit im Ernstfall gefährlichen Konsequenzen

1. Platz

Uebler X21 nano. Preis 525 Euro. Leichtgewicht unter den E-Bike-Trägern. Klappmodell mit Bestwerten in Montage und Handhabung. Volle Punkte beim Fahrtest sichern dem X21 trotz kleiner Qualitätsabstriche den Gesamtsieg.

2. Platz

Westfalia Fahrradträger BC60. Preis 429 Euro. Das hier gezeigte Modell 2012 kann mit Aluminiumgreifern anstelle der Halter aus Kunststoff kostenlos nachgerüstet werden. Dann ist der Träger der Zweitbeste im Test.

3. Platz

Thule EasyFold 931. Preis 599 Euro. Bestwert in Qualität. Top in allen Belangen der Handhabung. Nur kleine Schwächen im Fahrtest. Den Gesamtsieg verpasst – als teuerster des Klassements. Am Ende reicht’s für Platz 3.

4. Platz

Eufab Jake. Preis 300 Euro. Ein geldwertes Angebot. Schwächen in Montage und Handhabung, aber top beim Fahrtest. So bekommt er das Prädikat "empfehlenswert" und die ACE-Auszeichnung Preis-Leistungs-Sieger

5. Platz

Bosal Bike Carrier Compact. Preis 369 Euro. Erschwinglicher Träger, durchschnittlich in Montage und Handhabung, nahezu volle Punktzahl im Fahrtest. Damit kommt das Modell auf Platz 5 der Gesamtwertung.

6. Platz

Atera Strada E Bike M. Preis 379 Euro. Obwohl ultra-leicht zählt er nicht zu den ganz modernen Falt-Trägern. Das Modell schlägt sich gut in Montage und Handhabung. Schwächen beim Fahrtest verhindern den Sprung aufs Treppchen.

7. Platz

MFT euro-select compact. Preis 379 Euro. Ordentlicher Qualitätseindruck, Spitzenwerte bei der Befestigung der Räder und beim Abklappen. Schwächen im Fahrtest sorgen für ein nur durchschnittliches Endergebnis.

8. Platz

Paulchen Kupplungslader First Class. Preis 556 Euro. Altmodisch-komplizierte Befestigung an der Anhängekupplung. Unnötiger Patzer im Fahrtest, weil die Radfelgen laut Bedienungsanleitung nicht extra fixiert werden müssen.

9. Platz

Fabbri Elektro-Bike Exclusiv Deluxe 2. Preis 529 Euro. Umständlich in der Handhabung mit deutlichen Abstrichen bei der Qualität. Schwerster Träger im Test mit Totalausfall bei der Bodenwellenüberfahrt.

10. Platz

Fischer E-Bike Kupplungs-Fahrradträger. Preis 299 Euro. Das billigste und zugleich schlechteste Modell in diesem Test. Montage, Qualität, Handhabung und die Fahrtestresultate lassen gleichermaßen zu wünschen übrig.

Fahrradträgertest 2013

Fest im Sattel. Zwei Fahrradträger schaffen im ACE-Vergleich beim Fahrtest die volle Punktzahl. Ueblers X21 nano, der zugleich als Testsieger durchs Ziel geht und der Eufab Jake (im Bild) mit dem Prädikat Preis-Leistungs-Sieger

 
Zum Film
Sehen Sie unseren kurzen Film zum Fahrradträgertest (3:49 Min.).

 

Runter kommen sie immer. Das ist schwarzer Humor aus Zeiten der Fliegerei, als Bruchlandungen noch an der Tagesordnung waren. Der Spruch könnte das Szenario unseres Radträger-Tests kaum treffender umreißen. Zehn Marken – Atera, Bosal, Eufab, Fabbri, Fischer, MFT, Paulchen, Thule, Uebler und Westfalia – waren angetreten, um sich im gemeinschaftlichen Test des ACE und der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung zu messen. Zehn Produkte zur Montage an der Anhängekupplung und geeignet für den Transport von maximal zwei der immer beliebteren E-Bikes. Aber die Erwartung, dass in allen zehn Fällen die wertvollen mit E-Motor betriebenen Pedelecs am Zielort unversehrt abgeladen werden könnten, täuscht. Die Liste der Überraschungen reicht von leichten Macken am hochwertigen Test-Mercedes C 350 CDI Kombi mit elektrisch ausfahrbarer Anhängekupplung, über abenteuerliche Bocksprünge der Testräder am Fahrzeugheck bis zum Beinaheabwurf der Bikes mit komplettem Bruch der Radhalterungen.


Keine Frage: Die Ansprüche an moderne Radträger sind gewaltig gestiegen, seit der Trend zu immer leichteren Fahrrädern gestoppt und statt dessen vermehrt gewichtige E-Bikes gekauft werden, die beim Autotransport gewaltig an der Trägerkonstruktion und dem Montagepunkt Anhängekupplung zerren. Räder wie die beiden zum Test herangezogenen, sehr praktischen Trekking Rex aus der Didi Thurau Edition. Stückpreis günstige 1000 Euro. Gewicht jeweils 26,2 Kilo inklusive 3,8 Kilo Akkupack, der jedoch nach Anweisung der meisten Radträgerhersteller für diesen Test generell abmontiert wird.


Das ist auch notwendig, denn selbst ohne Akku schöpfen Didis Editionen mit insgesamt 44,8 Kilo die maximal zulässige Zuladung von einheitlich 60 kg für alle Träger (außer Fischer mit 56,5 kg) bereits zu 75 Prozent aus. Und sie addieren sich zum Leergewicht der jeweiligen Radträger zwischen gut 13 und über 24 Kilogramm derart, dass bis zum Erreichen der maximal zulässigen Stützlast von 75 Kilogramm an der Anhängekupplung des Mercedes oft nicht mehr viel Luft bleibt.

Die besten brauchen zur Montage keine Anleitung und sind in Minutenschnelle einsatzbereit

 

Geprüft wurden die Träger in drei großen Kapiteln. Erstens die Montage, bei der es um die Bewertung der Bedienungsanleitung geht, den Zusammenbau, die Qualität der Radträger und deren Möglichkeiten, sie nach Benutzung möglichst bequem und Platz sparend zu verstauen. Bereits hier sammeln die späteren Gewinner entscheidende Punkte. Träger, die auch ohne Anleitung montierbar wären, weil sie eigentlich schon im Auslieferungszustand klipp klapp in wenigen Minuten einsatzbereit sind und bei denen man sich schlimmstenfalls die Sicherheitshinweise etwas größer gedruckt wünschen würde, gegenüber solchen, die aus dem Karton heraus umständlich erst nach deutlich mehr als einer halben Stunden fertig montiert sind. Mal ist’s schlicht mühsam wie bei Paulchens Kupplungslader First Class, mal fehlen Arbeitsschritte in der Anleitung oder sind verwirrend dargestellt wie beim Fischer E-Bike Kupplungs-Fahrradträger und Fabbris Elektro-Bike Exclusiv Deluxe 2. Oder es klemmt, wie bei Fischer, an der Passgenauigkeit der zu montierenden Teilen und entsprechendem Werkzeug, so dass der Zusammenbau, wie das Protokoll vermerkt, "in gewissem Maße Glückssache ist".


Qualität und Funktionalität der getesteten Radträger gehen nicht immer Hand in Hand. Im Test wurde unter anderem auf Materialauswahl, scharfe Kanten, Verbindungen wie Schweißpunkte, Lackierung, Qualität von Halterungen, Leuchten, Steckern und Kabeln geachtet. Da schneidet Thules brandneuer EasyFold 931 am besten ab. Vorteil bei der Aufbewahrung für die klappbaren und entsprechend klein faltbaren Radträger wie dem genannten Thule oder Westfalias Fahrradträger BC60, der in der allerneuesten Version des Modelljahres 2013 gewertet wurde, bei der das Verbindungsstück zwischen Radträger und Fahrradrahmenhalter anstatt aus Kunststoff aus solidem Metall gefertigt ist. Wenn dann auch noch die Verpackungstasche im serienmäßigen Lieferumfang dabei ist, gibt’s volle Punktzahl, nämlich für den Bosal Bike Carrier Compact, den ganz neuen euro-select compact von MFT und Ueblers X21 nano.

Handhabung der Träger und Befestigung der Räder – manchmal eine fummelige Angelegenheit

 

Im Kapitel Handhabung geht’s zunächst ums Aufsetzen der Radträger auf die Anhängekupplung. Der leichte Uebler ist da ganz vorn, weil er sich bequem waagerecht auf den Kugelkopf aufschieben und mit dem Spannhebel von hinten mittig ohne große Korrekturen ganz einfach fixieren lässt. Punktabzüge gibt’s bei seinen Konkurrenten für erschwertes Handling, etwa wenn der Träger mit komplexen Drehbewegungen auf die Hängerkupplung aufgesetzt werden muss oder nicht übermäßig kompakt ist wie der Atera Strada E Bike M beziehungsweise der Eufab Jake. Ganz zu schweigen von den anderen, noch sperrigeren, nicht faltbaren Modellen. Der Jake verfügt obendrein über einen einfachen, entsprechend fummelig zu montierenden E-Stecker. Da ist er in schlechter Gesellschaft mit Bosal und Fischer. Zudem gehört der Eufab zur Mehrheit von Trägern mit seitlich montierter Spannvorrichtung wie auch Bosal, Fabbri, Fischer, MFT und Westfalia, die sich deshalb nicht ohne weiteres waagerecht ausrichten lassen, weil der Träger beim Fixieren auf der Kupplung jedes Mal seitlich abzukippen droht. Ein Sonderfall stellt "old fashioned" Paulchen dar, der ohne Schnellspanner mittels Radmuttern und Schraubenschlüssel festzuziehen ist. Das ist aber immerhin eine bombenfeste Lösung.


Nicht weniger wichtig die Befestigung der Räder auf den Testträgern. Der Fahrradrahmen sollte dabei mit weicher Polsterung ohne Rücksicht auf seine Geometrie und die Form der Rohre schnell und bequem festzuschnallen sein. Die Reifen müssten im Idealfall ohne komplizierte Voreinstellung ausreichend langer und breiter Schienen möglichst einfach gegen Querbewegungen zu sichern sein und sich mit modernen Ratschen-gesicherten Spannbändern "Zahn um Zahn" festziehen lassen. Eine komplexe Aufgabe, die Atera, MFT, Thule und Westfalia gleichermaßen gut beherrschen. Bei weniger gut bewerteten Modellen gibt’s häufig Abzüge für unterschiedlich harte Rahmenbefestigungen mit entsprechender Gefahr für die Lackierung, für Probleme bei der Positionierung der Räder, für unterschiedlich intelligente Reifenbefestigungssysteme bis hin zu simplen, schlecht zu fixierenden Riemchen oder für eine schwierige Anpassung der Führungsschienen. Kaum akzeptabel das Fischersystem mit einfachsten Bändern für Rahmen und Reifen und zwei Haltebügeln für jedes Fahrrad, bei dem der Bügel für das zweite Rad ohne gute Passung bei jedem Ladevorgang aufs Neue in die Führungsrohre gefummelt werden muss.


Ans Abklappen der Radträger haben alle Hersteller gedacht, damit man unterwegs möglichst bequem jederzeit an den Kofferraum rankommt. Die Unterschiede liegen im Detail und sind gravierend. Am besten schneidet hier der euro-select compact von MFT ab, der nicht nur bequem per Fuß zu entriegeln ist und eine optische Kontrolle erlaubt, wann der Träger wieder eingerastet ist, sondern auch so weit zurückgeklappt werden kann, dass vermutlich jede noch so weit aufschwingende Heckklappe oder Flügeltüren von Bussen und Wohnmobilen noch bequem zu öffnen sind. Ob der Abklappwinkel tatsächlich ausreicht, sollte allerdings jeder Interessent für sein eigenes Fahrzeug vor dem Kauf eines Radträgers individuell überprüfen. Sehr gute bis gute Ergebnisse im Test liefern in diesem Teilpunkt außerdem Westfalia mit dem besten Abklappwinkel überhaupt sowie Thule, Eufab und Atera. Bequeme Fußbedienung zum Abklappen gibt’s außer bei MFT noch bei Thule und Uebler. Bei den übrigen müht man sich mehr oder weniger von Hand mal schwer erreichbar zwischen den Rädern (Atera, Bosal, Eufab, Fischer) oder hinterm extra Nummernschild (Westfalia) oder gar mit Inbusschlüssel bei Fabbri und Kugelgestänge mit Hebel bei Paulchen.


Was den Diebstahlschutz für Träger und Fahrräder angeht, so kann sicher jeder mit ganz und gar altmodischen Ketten und Schlössern noch mehr erreichen als die einzelnen Systeme von Haus aus bieten. Aber gar nicht so schlecht sind etwa Schlösser an Drehknöpfen für die Rahmenhalter und stabil integrierte Schließen an den Schnellspannhebeln. Originell und abschreckend das Vorhängeschloss für den Paulchenträger, mit dem sich die Radmuttern für die Trägerbefestigung gegen unbefugtes Öffnen sichern lassen.

Der finale Fahrtest offenbart mit Schäden an Testwagen, Träger und Fahrrädern die Schwächen

 

Startschuss fürs Finale, den Fahrtest, der wie eingangs erwähnt handfeste Überraschungen zu bieten hat. Maximal 30 Punkte sind jeweils zu vergeben für das viermalige Ausweichen mit Tempo 50 in der Pylonengasse à la Elchtest, für vier Mal volles Bremsen mit ESP-Unterstützung aus 80 km/h und für eine von ACE und GTÜ bewusst gewählte neuartige Prüfung, dem Überfahren einer Bodenwellenkombination, wie sie auf schlechteren Wegstrecken in der Praxis häufiger vorkommt, als man glaubt. Dabei passiert der Testwagen mit seiner Fracht bei Tempo 60 je zweimal hin und zurück eine Strecke von rund 20 Metern über eine kleine, quer zur Fahrtrichtung verlaufende Bodensenke, in der das Fahrzeug mäßig einfedert und einen zirka 30 Zentimeter hohen, vier Meter langen Anstieg, bei dem es ausfedert. Simuliert werden dabei Situationen, die im Fahralltag unvorhersehbar sind, aber jederzeit eintreten können. Ohne Beladung sind sie von jedem technisch einwandfreien Fahrzeug leicht zu meistern, aber für schwierige Beladungsfälle können sie durchaus zum Problem werden.


Erste Übung Ausweichen. Am besten schneiden mit je 30 Punkten Eufab, Paulchen und Uebler ab, die ungerührt am Heck hängen. Bei Bosal, Fabbri und Thule verdreht sich der Träger nur leicht, macht minus 5 Punkte. Bei Atera, MFT und Westfalia sieht das Manöver schon bedrohlicher aus, ohne dass die Fracht jedoch Kontakt mit dem Test-Mercedes bekäme. Ergebnis 20 Punkte. Der Fischer-Träger indes dreht sich so weit, dass er deutlich hörbar an die Stoßstange schlägt. Eine nicht wirklich akzeptable Situation, die auch leichte Spuren am Lack des Testfahrzeugs hinterlässt. Dafür kann’s nicht mehr als 10 Punkte geben.


Sehr gut bei der Vollbremsung ohne starke Vorverlagerung der Räder präsentieren sich wiederum Eufab, Paulchen und Uebler, aber auch Bosal, Fabbri, Thule und Westfalia. Ergebnis 30 Punkte. Atera und MFT halbieren ihre maximal mögliche Punktzahl, weil sie beim Bremsen leichten Kontakt mit der Heckklappe des Mercedes bekommen, ohne ihr ernstlich Schaden zuzufügen. Schlusslicht wiederum der Fischer, der nochmals ordentlich aneckt und dafür erneut nur 10 Punkte kassiert.


Die Überfahrt der Bodenwellenstrecke meistern mit Maximalpunktzahl wiederum Bosal, Eufab, Thule, Uebler und Westfalia ohne Fehl und Tadel. Atera schaukelt sich zwar bedrohlich auf, Träger und Räder bleiben aber ohne Kontakt mit der Karosserie. 20 Punkte sind das Resultat. Der MFT indes klopft wiederum wie beim Bremsen leicht an und bekommt dafür erneut nur 15 Punkte. Wo bleibt Fischer? Er haut erneut kräftig rein und bekommt ein letztes Mal wiederum nur 10 Punkte.

Knalleffekt beim Paulchenträger, gebrochene Rahmenhalter bei Fabbris Elektro-Bike Exklusiv Deluxe 2

 

Wie gefährlich es sein kann, keine Extrabefestigung der Fahrradreifen wenigstens mit simplen Befestigungsbändern vorzuschreiben und nur darauf zu vertrauen, dass die Räder unter allen Umständen in den Führungsschienen stehen bleiben werden, zeigt der Bodenwellenversuch mit Paulchen. Das Ausfedern der Hinterachse am Testwagen befördert nämlich das hintere der beiden Fahrräder mit entsprechend längerer Hebelwirkung aus den Führungsschienen des Trägers. Es trifft nicht wieder hinein, sondern landet krachend auf Paulchens Beleuchtungsanlage, die danach leicht verbogen ist. Macht 5 Wertungspunkte.


Den Vogel allerdings schießt Fabbris Elektro-Bike Exklusiv Deluxe 2 ab, dessen Fahrradrahmenhalter schon bei der ersten Bodenwellenüberfahrt an beiden Rädern komplett abreißen. Als die Fuhre endlich zum Stillstand kommt, hängen die Bikes – nur noch an den Felgen gehalten – nahezu waagerecht in der Luft. Für Fabbri ist der Test damit beendet und die Zero-Wertung bei dieser Prüfposition das einzig mögliche Ergebnis für den nicht mehr reparablen Totalausfall.


So steht denn das Endergebnis vor der Preisbewertung fast schon fest. Ueblers X21 nano belegt Platz 1 in der Summe der ersten drei Kapitel, nämlich Montage, Handhabung sowie Fahrtest und verteidigt auch nach der Kostenbewertung mit einem Preis laut UVP von 525 Euro diese Position. Thules EasyFold rutscht allerdings durch seinen mit 599 Euro höchsten Preis im Feld der Wettbewerber noch knapp hinter den mit 429 Euro deutlich günstigeren Westfalia BC60 des aktuellen Modelljahres 2013. Nach der Preiswertung tauschen auch Bosal und Eufab die Plätze, so dass der nur 300 Euro teure Eufab Jake auf Position 4 landet mit nur einem Punkt Vorsprung vor dem 368 Euro teuren Bosal Bike Carrier Compact. Ab Platz 6 sind die Preise dann nicht mehr ausschlaggebend für die Rangfolge. Atera vor MFT, Paulchen, Fabbri und Fischer, die allesamt beim Fahrtest gewaltig Federn lassen mussten. Das mag mancher als "gerecht" empfinden. Für ein wirklich gutes Gesamtresultat und daraus resultierende Kaufempfehlungen von ACE und GTÜ sind Spitzenwerte bei der Fahrsicherheit eben unerlässlich.

Weiterführende Informationen
Alle getesteten Fahrradträger im Überblick (PDF)

 

 

Metall ist besser

Westfalia hat bei seinem Träger BC60 zum Modelljahr 2013 die Radhalter modifiziert. Dem ACE standen im Test sowohl die neue Ausführung als auch die 2012er-Version zur Verfügung. Bei dem alten Modell mit Kunststoffkomponenten besteht bei extremen Belastungen Bruchgefahr: Die Klemmschellen rissen im ACE-Ausweichversuch ab. Westfalia hat prompt und kundenfreundlich reagiert: Das neue, ab Mai erhältliche Modell ist an der Artikel-Nr. 350030600001 und einem farbigen Aufkleber auf dem Karton zu erkennen. Wer die 2012er-Version gekauft hat, kann ein Nachrüst-Set (Art-Nr. 950010633001) kostenlos über den örtlichen Fachhandel beziehen. Die neue BC60-Version mit silbernem Metall-Verbindungsrohr überstand alle Fahrversuche ohne Beschädigung. 

Kommentare
 
 
05.02.2015

Unter dem Punkt Info-Grafik ist die Übersichtstabelle hinterlegt. Ihr Redaktionsteam

Redaktion ACE LENKRAD
29.01.2015

Ich lese hier viel Prosatext, aber wo finde ich eine tabellarische Übersicht über die Testergebnisse...

Michael Bratge
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17.08.2014

Hallo Hendrick. Ich finde die Metallstange des Westfalia BC 60 optional. Auf fahrradtraeger-test.org...

Fred
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17.08.2014

Sehr guter Test. Ich selbst besitze den Westfalia BC 60 und bin mit diesem sehr zufrieden. Nur hätte...

Hendrick
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20.06.2013

Habe heute meinen neuen Fahrradträger Westfalia BC 60 für die Anhängerkupplung geliefert bekommen. ...

Wolfram Rosenberger
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11.06.2013

Guter Test mit toller Übersicht! Einzig die Maße der Träger vermisse ich, da z.B der getestete Ater...

W. Müller
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25.04.2013

Ein Test mit hoher Aussagekraft. Ich habe selber einen Uebler und bin mehr. als zufrieden. Der Test ...

G. Schager
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14.04.2013

Danke für den sehr eindrucksvollen Test. Die Aufnahmen sprechen für sich. Habe nicht gedacht, dass d...

P. Sperlingf
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12.04.2013

Der Testbericht ist ausführlich und klar. Alles ist verständlich und gut beschrieben; besser geht's ...

H.M.Heckmann
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