Rat für Motorrad: Motorrad fahren gut und sicher

Motorradfahren verlernt man zwar nicht, nach monatelanger Abstinenz gilt es aber langsam anzufangen. Reflexe und Fahrtechnik haben unter der Winterpause gelitten. Auch Streckenführung und Straßen­belag könnten sich geändert haben. Vorsicht ist besonders auf kleinen Landstraßen geboten, wo Frostschäden und Ausbesserungen die Griffigkeit des Asphalts oft beeinträchtigen.
Sicher fahren: Alles auf einen Blick (PDF)

Sichere Kleidung
Tipps für das sichere Outfit

Airbaghelm

Als Weltneuheit bringt Polo den ers­ten Airbaghelm auf den Markt. Über einen Sensor wird das Hals und Nacken schützende Luftkissen im Helm bei einer abrupten Tren­nung von der Maschine aktiviert. Der Helm wird zum Preis von 899 Euro angeboten.

 

Neck-Brace-System

Auch für Straßenfahrer bieten sich die Neck-Brace-Systeme an, die von KTM und BMW offeriert werden. Die aus GFK bzw. Carbon gefertigten "Distanzhalter" werden zwischen Helm und Jacke getragen und beugen bei einem Sturz einer Überdehnung der Halswirbelsäule vor. Beim Fahren ist keine Beein­trächtigung der Bewegungsfreiheit zu befürchten, im Sport hat das System bereits seinen Siegeszug angetreten.

 

Hosenträger-Gurt

Heute noch Vision, in ein paar Jahren vielleicht schon Realität. In der Schweiz arbeiten Forscher an einem Hosenträger-Gurt, der den Biker vor einem Abflug in das gegnerische Fahrzeug bewahren soll.

Protektorenweste
Bessere Werte bei der Schlagab­sorp­tion bietet eine neue Protekto­renweste von BMW, die auch Nie­renregion und Schlüsselbeine schützt. Sie wird unter der Motor­rad­jacke getragen und kann durch den körpernahen Sitz beim Sturz nicht verrutschen.

Airbagjacke
Airbagjacken und -westen werden von verschiedenen Herstellern angeboten. Trennt man sich unfreiwillig vom Motor­rad, werden ausgeklügelte Kammersys­teme mit Pressluft gefüllt und der Auf­prall gemindert. IXS bietet mit der "Stunt"-Jacke eine Variante zum Preis von 699 Euro. Die Airbagweste von Hit-Air (ab 249 Euro) wird über der Jacke getragen und ist mit einer Reißleine am Motorrad befestigt.

Treffen und Termine
Messen, Ausfahrten und mehr...

4. - 10. April 2011, Playa Granada, Spanien; Harley-Davidson-Treffen
www.el-toro-run.de

7. - 8. Mai 2011,  Technorama Ulm 2011; für Oldtimerliebhaber und Motorradbegeisterte
www.technorama.de/de/ulm.html

24. - 26. Juni 2011, Hamburg, Hamburg Harley Days  
www.hamburgharleydays.de

30. Juni - 3. Juli 2011, Edersee, 13. Edersee Meeting   
www.edersee-meeting.de

2. - 5. Juli 2011, Black Forest Airport in Lahr, 2. Motoren- & Power-Messe - Bikes - Cares - Music - Aircraft, www.business-and-future.com
 
12. - 14. August 2011, Wasserkuppe Rhön, Friendship Ride 6, Charity-Event von Harley-Davidson nahe Fulda
www.friendship-ride-germany.de
 
6. - 11.  September 2011, Faak am See, European Biek Week, größtes Biker-Festival Europas
www.europeanbikeweek.com

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Motorradfahren und Höhenangst
Die Angst vor der Höhe

Ist jemand nicht schwindelfrei, wird allgemein von Höhenangst, der Akrophobie, gesprochen. Motorradfahrer kommen eher in ungemütliche Situationen, weil auf zwei Rädern ohnehin schon Instabilität ausgeglichen werden muss. Der Grund für Schwindel­attacken in der Höhe findet sich in der Biologie: Damit er sein Gleichgewicht halten kann, muss der Mensch sich an festen Punkten orientieren. Um diese scharf sehen zu können, schwankt er dabei leicht den Kopf. Fallen die festen Orien­tierungspunkte plötzlich weg, nimmt die Schwankung automatisch zu. Unsicherheit und Angst kommen auf, Schweißausbrüche sind die Folge. Normalerweise wird dieses Gefühl nach einigen Sekunden kompensiert. Man spricht vom Höhenschwindel. Oft ist es eine "Angst vor der Angst" – unbewusst geht man davon aus, dass die Situation zum schrecklichen Erlebnis ausarten wird. Körperliche Symp­tome sind unter anderem Benommenheit, Atemnot, Herz­rasen sowie ein Druck- und Engegefühl in der Brust.

 

Abhilfe schaffen können Ent­spannungstechniken: Bewährt hat sich auch die Palmtherapie, bei der, ähnlich der Akupressur, Reflexpunkte der Hand stimuliert werden. Ein Hilfsmittel, das man in der akuten Situation auch selber anwenden kann. Tabu sind Beruhigungsmittel, da diese zur Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens füh­ren. Vermeiden lassen sich kritische Situationen bereits bei der Streckenplanung. Küstenstrecken sollten mit dem Berg auf der rechten Seite befahren werden. So läuft man nicht Gefahr, an Engstellen zwischen Abgrund und entgegenkommenden Ver­kehr zu geraten. Inseln wie Korsika sollten im Uhrzeiger­sinn umrundet werden. Veranstalter von Motorrad­reisen kennen das Problem, auch wenn sie nur selten damit konfrontiert werden.

 

In vielen Tourenbeschreibungen wird darauf hingewiesen, ob die anvisierten Strecken zu Überforderung führen können. Damit sind Berge und Pässe jedoch nicht von vornherein tabu. Zudem wird bei diesen Ausfahrten in der Gruppe gefahren – was ei­nen gewissen Schutz gibt. So kann sich der, dem es mulmig wird, am vertrauten Bild des Vorausfahrenden orientieren. Es versteht sich von selbst, dass dieser auch von dem Problem unterrichtet wird. Jedoch sollte man sich nicht dazu verleiten lassen, die Augen auf das Rücklicht des Vorder­mannes zu fixieren.

 

Den Blick sollte immer auf den am weitesten einsehbaren Punkt der Straße richten, da man automatisch dorthin fährt, wohin man sieht. Wichtig ist also, den Blick nicht in die Tiefe ziehen zu lassen. Abrupte Kopfbewegungen sollten vermieden werden. Bei aufkommender Unsicherheit sollte schon vor dem Gefahrenpunkt eine Pause mit Entspannungsübungen eingelegt werden.

 

Wer den mentalen Stolperstein hinter sich lassen will, dem sei empfohlen, sich langsam, aber kontinuierlich heranzutasten. Mit stetiger Übung verliert sich die Angst. Belohnt wird man mit grandiosen Pa­noramen – und vielleicht winken sogar die Murmeltiere.

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