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Jeder Achte hat ein Punktekonto in Flensburg

23.06.2011 09:55
Foto: Fotolia - Visiual Concepts

ACE: Mehr Einträge im Verkehrszentralregister als je zuvor

Stuttgart / Potsdam (ACE) 23. Juni 2011 – Deutschlands Raser, Trinker und Rotlichtsünder haben einen zweifelhaften Rekord aufgestellt: Noch nie seit der Einführung des Mehrfachtäter-Punktsystems im Jahr 1974 waren im Verkehrszentralregister des Flensburger Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) so viele Verkehrsteilnehmer in der Bundesrepublik mit Einträgen verzeichnet. Die Zahl der mit Punkten behafteten Personen stieg demnach bis Anfang 2010 auf knapp neun Millionen; alleine in den vorherigen zehn Jahren betrug der Anstieg 33 Prozent.

Aus einer vom ACE Auto Club Europa am Donnerstag in Potsdam veröffentlichten Studie geht weiter hervor, dass heute insgesamt jeder achte strafmündige Einwohner der Bundesrepublik wegen schwerer Verkehrsvergehen in Flensburg gespeichert ist. Allerdings ist der Anteil der Punktesammler je nach Bundesland unterschiedlich hoch. Ob der Grund dafür in einer möglicherweise verschiedenartigen Verkehrsmoral liegt oder in der unterschiedlichen polizeilichen Kontrolldichte zu suchen ist, muss laut ACE zunächst offen bleiben.
Eine von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) Ende April ins Spiel gebrachte Reform des Flensburger Punktesystems betrachtet der ACE mit gewisser Skepsis. „Gegen mehr Transparenz und eine Vereinfachung haben wir nichts einzuwenden, doch jede Änderung muss sich daran messen lassen, ob sie tatsächlich zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr beiträgt“, sagte ACE-Verkehrsrechtsexperte Volker Lempp.

ACE veranstaltet Juristen-Treffen in Potsdam
Der ACE veranstaltet vom 24. bis 25. Juni 2011 seinen 3. Verkehrsrechtstag in Potsdam, wo sich rund 170 Verkehrsrechtsanwälte unter anderem mit der Weiterentwicklung des Straßenverkehrsrechts befassen wollen. Zu dem zweitägigen Kongress (Kongresshotel Potsdam an Templiner See, Am Luftschiffhafen 1, 14471 Potsdam) wird auch der turnusmäßig amtierende Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz des Bundes und der Länder, Jörg Vogelsänger (SPD) erwartet (24. Juni, 15.00 Uhr); er ist zugleich Infrastrukturminister des Landes Brandenburg.

Punktesünder im Länderranking
Überdurchschnittlich viele Punktesünder sind der ACE-Studie zufolge in Nordrhein-Westfalen beheimatet, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg (siehe ACE-Info-Grafik) Verkehrsteilnehmer  in Schleswig-Holstein und Thüringen dagegen sammelten die wenigsten Punkte – das größte Wohlverhalten jedoch herrscht auf den ersten Blick auf den Straßen des Saarlands. Allerdings, so gibt der ACE hier zu bedenken, ist die Kontroll- und Ahndungsintensität an der Saar möglicherweise nicht so ausgeprägt wie in anderen Bundesländern. Bei früheren Verkehrsstudien des Clubs hatte das Saarland regelmäßig weniger gut abgeschnitten. 2009 verzeichnete das Saarland mit mehr als 7 Prozent bundesweit den höchsten Zuwachs an Punktesündern.
Männer erweisen sich nach der Auswertung der Zahlen als deutlich eifrigere Punktesammler als Frauen. Während bundesweit jeder fünfte männliche Verkehrsteilnehmer im Verkehrszentralregister eingetragen ist trifft dies nur auf jede 18. Frau zu. Annähernd die Hälfte der mit Punkten belegten Ordnungswidrigkeiten und Straftaten wurden von Angehörigen der Altersklasse zwischen 25 und 44 Jahren verübt. Relativ gering fällt dagegen der Anteil der jugendlichen Verkehrsteilnehmer bis 20 Jahren aus – neben dem noch geringen Motorisierungsgrad wirken sich hier offenbar die Restriktionen für Fahranfänger aus. Ebenfalls weit unter dem Mittelwert  rangiert die Anzahl der Einträge von Personen, die älter sind als 65 Jahre. Mit Abstand die meisten geahndeten Vergehen gingen auf das Konto von Rasern. Beinahe ein Drittel der Einträge erfolgte nach gravierenden Geschwindigkeitsüberschreitungen, gefolgt von Vorfahrtverletzungen und Alkohol im Straßenverkehr.

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Kommentare
 
 
23.06.2011

Es wird sehr viel über das Punktesystem geschimpft, nur es ist doch jeder selber in Verantwortung wie viele Punkte er auf dem Konto hat. Die Reform sehe ich kritisch wenn sie Fahrern mit vielen Punkten entgegen kommt, dass ist ja ein Freibrief!

Jürgen Eschen
23.06.2011

ich bin erstaunt wie wichtig sich einige gralshüter der punkte vorkommen. der mensch richtet seine fahrweise nicht nach punktestand aus, sondern viele faktoren wirken hier zusammen.

ich denke die kolleginnen und kollegen in flensburg sollten nicht arbeitslos werden, aber das system darf sich nicht selbst fressen und die halbe nation zu dauerverbrechern machen.

vielfahrer haben es manchmal nicht leicht und dem muss rechnung getragen werden. alkohol am steuer ist was anderes wie im berufsstress bei gelb-rot über die ampel zu fahren.

das ganze muss vereinfacht und versachlicht werden. punkte sollte es wirklich nur bei schwerwiegenden taten geben.

überflüssig ist das system trotzdem. was machen nur die armen menschen in lnationen die kein punktesystem kennen. dort ist sicherlich "mord und totschlag" auf den strassen.

bin ich froh, in einem staat zu leben der zu den wenigen gehört die unbedingt ein punktesystem für seine bürger braucht und es auch eingeführt hat.

W.Franz
23.06.2011

ich bin erstaunt , wie wichtig sich einige gralshüter der punkte vorkommen. der mensch richtet seine fahrweise nicht nach punktestand aus, sondern viele faktoren wirken hier zusammen.

ich denke die kolleginnen und kollegen in flensburg sollten nicht arbeitslos werden, aber das system darf sich nicht selbst fressen und die halbe nation zu dauerverbrechern machen.

vielfahrer haben es manchmal nicht leicht und dem muss rechnung getragen werden. alkohol am steuer ist was anderes wie im berufsstress bei gelb - rot über die ampel zu fahren.

das ganze muss vereinfacht und versachlicht werden. punkte sollte es wirklich nur bei schwerwiegenden taten geben.

überflüssig ist das system trotzdem. was machen nur die armen menschen in nationen die kein punktesystem kennen. dort ist sicherlich mord und totschlag auf den strassen.

bin ich froh, in einem staat zu leben der zu den wenigen gehört, der unbedingt ein punktesystem für seine bürger braucht und es auch eingeführt hat.

W.Franz
27.06.2011

Abschaffen? Warum? immerhin werden notorische Raser, sofern hinreichend oft erwischt aus dem Verkher gezogen oder haben immerhin einen deutlichen Aufwand und scherereien die Folgen ihres Fehlverhaltens wieder gerade zu biegen.

In Thüringen ist 'nicht angepasste Geschwindigkeit' in 2010 wieder an die erste Stelle der Unfallursachen gerückt, neben dem ungenügenden Sicherheitsabstand - bei Kraftfahrern. Hier besteht Handlungsbedarf, da z.B. nur die wenigsten Kraftfahrer nachts oder bei schlechten Sichtverhältnissen das Sichtfahrgebot einhalten. Handlungsbedarf allerdings nicht bei der Umgestaltung des Punktesystems sondern bei der Kontrolle und Sanktionierung von Fehlverhalten, insbesondere dem Fehlverhalten was zu erheblichen Fremdgefährdungen führt, wie z.B: nicht angepasste Geschwindigkeit, mangelnde Sicherheitsabstände, Überholen vor Kuppen, Kurven und Radfahrern bei Gegenverkehr, Überfahren Zeichen 295, Ampelfahren bei Gelb/Rot, Fehlender Schulterblick beim Rechts-Abbiegen, Nicht-Einweisen-Lassen beim Rückwärtsfahren mit LKW, Ausfahren aus Hofeinfahrten, ...

INteresant ist das in Frankreich mit einer restriktiven Kontrolle der Ausserortshöchstgeschwindigkeit und drastischer Sanktionierung die Unfallzahlen ebenso drastisch, ca. 30% gesenkt werden konnte. Das könnte Herr Ramsauer oder der ACE mal fordern.

 

Ervin Peters, Weimar

Ervin Peters
09.02.2012

Das vertrackteste an den Punktekonten ist doch das Verfahren, nach dem die Punkte gespeichert bleiben. Ich denke, daß das kaum jemand wirklich überschaut. Wenn hier die Reform ansetzt, finde ich das gut.

Die 'Punktevergabe' ist wohl kaum strittig und so, wie sie jetzt ist, auch sinnvoll. Dazu gehören aber auch gleichmäßige Kontrollen und eine gute Zusammenarbeit der Länder - nicht nur die der Bundesländer. Wenn in BW oder RPf mehr Punkte 'verteilt' werden, liegt das vielleicht auch an den dichteren Kontrollen.

Was nun die Raser angeht: Ich lebe im Bereich einer der am dichtest befahrenen Autobahn unserer Republik. Wenn es nach Verkehrsexperten ginge, müßte auf dem größten Teil dieser Autobahnstrecke Dauerstau herrschen. Tuts nicht. Der dichte Verkehr verhindert aber keine Raser, Kaum ist irgendwo eine Lücke, wird geholzt, was der Motor hergibt.

Ich bin kein Schleichfahrer, aber auf einem anderen (fast gleich langen) Autobahnteilstück in der Nähe ist 130 km/h Limit und dank restriktiver Kontrollen auch die Regel. Dort fahre ich wesentlich entspannter (daher lieber) und brauche nur zwei, drei Minuten länger. Diese Erfahrung ließ mich im Lauf der Zeit vom Saulus zum Paulus werden. Tempo 130 ist für mich kein rotes Tuch mehr - es ist vielmehr ein zeitgemäßes Regulans für vieles: Kraftstoffverbrauch, Minderung der Unfallschwere (ich habe dort noch nie einen zerlegten 'Flitzer' gesehen), entspanntes Fahren, niedrigere Belastung der Umwelt - um nur einiges zu nennen. Das muß ja nicht mit kleinen Motoren passieren. Ich schätze schon auch deutlich mehr als 100 kW unter der Haube sehr.

 

Außerdem komme ich mir im Ausland schon fast blöd vor. Rundrum gibt es Geschwindigkeitsbegrenzungen, alle können damit leben - nur wir und die, die die BABs als Hochgeschwindigkeitsteststrecke betrachten nicht. Aber vielleicht lehren uns ja immer höhere Bezinkosten, daß Schnelligkeit nicht nur Höchstgeschwindigkeit ist.

 

Um zum Anfang zurück zu kommen: Das Punktesystem muß sicher reformiert werden, aber in der Durchführung, nicht in der Wertung.

Landmann
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