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ACE: Öl-Multis sollen ihre Preiskalkulation öffentlich machen

19.01.2011 10:10
Foto: ACE Auto Club Europa

Stuttgart (ACE) 19. Januar 2011 – Die Öl-Multis sollen jetzt selbst beweisen, dass an dem anhaltenden Verdacht verbotener Preisabsprachen an ihren Tankstellen nichts dran ist. Diese Forderung hat der ACE Auto Club Europa am Mittwoch in Stuttgart erhoben. „Die Spatzen pfeifen es schon von den Dächern, dass es dem Bundeskartellamt ein weiteres Mal nicht gelingen wird, den Konzernen konzertierte Preisaktionen eindeutig nachzuweisen“, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. Daher müssten neue Beweismethoden ins Feld geführt werden. In der Debatte um hohe Benzinpreise hatte zuvor schon der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD), die Ölkonzerne aufgefordert, ihre Kalkulationen offenzulegen. Diesem Ansinnen schloss sich jetzt der ACE an. Wenn sich durch die kartellrechtlichen Instrumente mögliche Absprachen nicht aufklären ließen, müsse das Instrument um weitere Register ergänzt werden. Der ACE unterstützte auch Herings Forderung nach einer Umkehrung der Beweislast. Damit würde man laut ACE jene Praxis anwenden, die bereits auch schon bei der Kontrolle der Preise für Strom und Gas umgesetzt worden sei. Der ACE erneuerte zugleich seine Forderung nach einer Preisregulierung nach österreichischem Vorbild. Im Nachbarland dürfen nach einer neuen Tankstellenverordnung etwaige Preiserhöhungen für Kraftstoffe nur noch einmal am Tag um 12.00 Uhr vorgenommen werden; Preissenkungen hingegen sind den ganzen Tag über möglich.


E-10 Kraftstoff löst Skepsis aus
Das neue Kraftstoffgemisch E10, das aus 90 Prozent Benzin und 10 Prozent Bioethanol besteht, löst bei Autofahrern Skepsis aus. Laut einer vom ACE durchgeführten Befragung, wollen zusammengenommen lediglich 28 Prozent künftig den neuen E 10-Sprit tanken, entweder „der Umwelt zuliebe“ oder „wenn es günstiger ist als E5“. E5 ist die Bezeichnung für das herkömmliche Benzin-Ethanol-Gemisch. Auf die Frage „Haben Sie vor, das neue E 10 zu tanken?“ antworteten rund 49 Prozent der 1457 Befragten mit „Nein, mache das Spiel nicht mit“. 13 Prozent sagten, ihr Fahrzeug vertrage kein E10 Gemisch; gut 10 Prozent der Befragten hatten keine Meinung.

Nach Ansicht des ACE ist ein Zusammenhang zwischen hohen Benzinpreisen und der Einführung von E10 nicht auszuschließen. Die Konzerne wollten sich jetzt schon einen Spielraum für leichte Preissenkungen beim E10 verschaffen. Ohne einen gewissen Preisvorteil ließen sich die meisten Tankkunden nicht auf E10 ein, so der ACE.

 

 


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Kommentare
 
 
19.01.2011

Eine Regulierung der Preise ist schon wichtig, denn die Kraftstoffpreise treiben nur die Inflationsrate .

Das Bundeskartellamt ist Bestandteil der Regierung und diese hat kein Interesse an einer Absenkung der Preise, da doch dadurch die Dreifachbesteuerung der Regierung, des Kraftstoffes , das Staatseinkommen emindert wird.

Ergo,... jeglich anghekündigte Maßnahme des Bundeskartellamtes ist eine Seifenblase und eine Stillhaltepille für die Kraftstoffnutzer .

Für die Pendler ist Harz 4 bald besser, als mit den täglichem Aufwand zu Arbeit zu fahren.

In unserer Region fahren einige Pendler täglich ca.250-300 Km um ihrer Arbeit nachzukommen.

Wilfried Morgenroth
19.01.2011

Ich betone es nochmal: Nicht die Konzerne, sondern nur eine Instution hält die Preise hoch.

Wer es noch nicht weiss es ist unser Staat mit seinen unmenschlichen Steuern.

Mein schwer verdientes Geld ist schon versteuert. Dann kaufe ich Minerlöle und es wird wieder 2x versteuert. 1. Mineralölsteuer (nicht gerade unerheblich) 2. Mehrwertsteuer.

Hoffmann D.
19.01.2011

die preise sind sicherlich nach gegseitiger beobachtung recht hoch angesetzt. der staat verdient über die steuern kräftig mit... alles richtig.. wenn der staat wenigstens das geld auch für den straßenbau ausgeben würde, alle im winter erntstandenen schäden sachrerecht und hochwertig bereinigen würde, hätte ich auch verständnis für jahreszeitlich bedingte hochprerise... aber nichts geschiht, es wird geflickt, billig-straßenbelag bei neuen strassen verwendet usw. so gibt ein großverdiener dem anderen die hand und beide hände bleiben schmutzig. im augenblick wird berechnet wie teuer denn in zukunft der autostrom sein kann , damit die e-konzerne ihre gewinne einfahren können, natürlich unter staatlicher aufsicht, der staat will mitverdienen ( was auch berechtigt ist ). leider entsteht oft der eindruck, dass der staat nicht so richtig mit geld umgehen kann. ja ja aber fragt mal den rechnungshof... ich höre schon auf, sonst werde ich polemisch...

eine andere regierung, besser noch eine andere qualität der politiker miuss her...

wolfgang franz
20.01.2011

Ich habe gerade den Beitrag über die Spritpreise in Europa beim ARD-Mittagsmagazin gesehen. Es geht doch eindeutig daraus hervor, dass einzig und allein über die Steuern der Preis gesenkt werden kann. Warum fordern der ADAC und der ACE nicht zusammen in Union mit den Spediteuren, Taxiunternehmen und durch Unterschriften aller Bürger, das Modell aus Luxemburg zu übernehmen? Dort reguliert der Staat den Preis - angepasst an die Börsenpreise - zeitversetzt um einen Tag und dann für mehrere Tage. Die Ölkonzerne fahren dort trotz staatl. Regulierung immer noch gute Gewinne ein und jeder ist zufrieden. Auch wäre dann der ruinöse Kampf an der Grenze für die Tankstellenbetreiber beendet!!

Ohne Steuern sind die Preise übrigens fast europaweit nahezu identisch.

J Helker
18.03.2011

Jetzt schreiben wir schon März 2011 und nichts hat sich in der Sache Benzinpreis und Sorten getan, ein weiteres Beispiel der Ignoranz der Politik gegenüber seinen Bürgern. Die Steuern der kleinen und mittleren Leute müssen in deren Augen immer weiter steigen, damit die Millionäre weiterhin in Saus und Braus schmarotzen. Alle Autoclubs schreiben immer wieder, aber was hat es bisher bewirkt, Nichts. Die Parteilichkeit macht sich stark bemerkbar, und das ist nicht gut!

Volker
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