"Bester Mittelklasse-Kombi - sicher und bequem, aber teuer"
Viel Lob für Zuverlässigkeit, Komfort und Verarbeitung – Wünsche nach weniger Verbrauch und mehr Anmutung.
"Hätte ich schon früher kaufen sollen" – zu diesem Schluss kommt Dietrich Lange aus Bochum nach 41500 km mit einer C-220- CDI-Limousine, die sich im Schnitt mit 6,8 l/100 km begnügt. "Super Auto, nur zu teuer" – so urteilt Peter Fuchs aus Backnang, Besitzer eines C 200 T. "Sehr zufrieden, nur der Verbrauch könnte etwas niedriger sein" – dieses Resümee zieht Gerd Jost aus Nidderau, dessen C-200-Kompressor-Limousine mit einem Verbrauchsmittel von 9,8 l/100 km just so viel konsumierte wie der Dauertest-Kombi unserer Redaktion. Diese drei Aussagen fassen den Tenor der Einsendungen zu unserer Leserumfrage treffend zusammen. Klasse, top, perfekt, super, voll zufrieden – in fast 90 Prozent der Zuschriften erntete die C-Klasse viel, zum Teil überschwängliches Lob. Wenn die grundsätzliche positive Bewertung mit differenzierenden Randnotizen versehen wurde, ging es meist um Anschaffungspreis oder Spritverbrauch. So appellierte Marcus Peikert aus Klötze an Mercedes, sich "mehr Gedanken zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs" zu machen, Lothar Pfeuffer aus Forchheim beklagte den Spritkonsum seiner C-180-Limousine (zwischen acht und elf Litern) als "trotz Blue-Efficiency viel zu hoch". Wir haben nachgerechnet: Bei den beiden Basis-Benzinern C180/156 PS bzw. C 200/183 PS lag der Durchschnittsverbrauch der ACE-Mitglieder bei 9,1 bzw. 9,5 l/100 km. Die Fahrer des C 220 CDI mit 170 PS meldeten uns im Mittel einen Verbrauch von 7,7 l/100 km. Die Quittung folgte bei der Benotung: Beim Kriterium Verbrauch erhielt die C-Klasse mit einer "2,7" die schlechteste Bewertung.
Die Einsender, die den hohen Preis thematisiert haben, sind zwei Lagern zuzuordnen: Entweder wurde – sozusagen zähneknirschend – unter Bezug auf die gebotene Solidität Verständnis geäußert. Oder die Kritik zielte auf Ausstattung bzw. Interieur ab: Die "Anmutung der Materialien entspricht nicht der Preisklasse", "die Ausstattung könnte für den hohen Preis besser sein". Immerhin haben die Neuwagenkäufer unter den C-Klasse-fahrenden ACE-Mitgliedern im Schnitt 42.300 Euro auf das Firmenkonto eines Mercedes-Händlers überwiesen, bei den Gebrauchtwagen-Käufern lag der Durchschnittspreis immerhin noch bei 30.520 Euro.
Natürlich wurde in einigen Zuschriften auch über Schäden und außerplanmäßige Werkstattaufenthalte berichtet: Probleme mit der Motorsteuerung bzw. dem Umschalten auf das Notlaufprogramm bei CDI-Motoren durch defekte Injektoren wurden hier mehrfach genannt. Diese Thematik ist bei Mercedes bekannt und inzwischen, so die Auskunft der Pressestelle, technisch gelöst: Seit Ende 2009 werden im Falle von Beanstandungen alle vier Injektoren von Mercedes ausgetauscht. Wiederholt beklagt wurden auch Windgeräusche sowie Mängel an Klimaanlage, ESP bzw. Navi-Display. Von mehreren Defekten betroffen zieht Walter Schweiger aus Augsburg ernüchtert Bilanz: "Eine Billigausführung der vorherigen C-Klasse."
Dies kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Gros der Zuschriften positiv ausfiel und sich die meisten Einsender auch beim nächsten Autokauf wieder für ein "Auto mit Stern" entscheiden wollen: 68,6 Prozent der Teilnehmer an unserer Leserumfrage hatten zuvor bereits einen Mercedes, 88,6 Prozent würden sich wieder einen Mercedes kaufen.
Gerhard Langlechner aus Mühldorf am Inn bringt es auf den Punkt: "Einmal Mercedes, immer Mercedes." Noch kürzer fasst Evelyn Sacher aus Kornwestheim ihre Bilanz zusammen: "Ich liebe es!"
Diese Schulnoten gaben die Leser
| Ausstattung | 1,9 |
| Fahrverhalten | 1,5 |
| Geräusche | 2,0 |
| Komfort | 1,9 |
| Kundendienst | 1,7 |
| Motor | 1,7 |
| Unterhalt | 2,5 |
| Verarbeitung | 1,7 |
| Verbrauch | 2,7 |
| Zuverlässigkeit | 1,4 |
Copyright: ACE LENKRAD (Stand vom 01.02.2010)
Autor: Klaus-Michael Schaal
Foto(s): Emmerling




