Dauertest: Mercedes C-Klasse T-Modell
Multitalent
Dauertest Mercedes C 200 K T-Modell
Über 45.000 Kilometer haben wir mit dem eleganten Mittelklasse-Kombi zurückgelegt
Dauertest Mercedes C 200 K T-Modell
Dank seines Langstrecken-Komforts war der Mercedes-Kombi ein beliebter Reisebegleiter
Dauertest Mercedes C 200 K T-Modell
Lob für die Übersichtlichkeit, Tadel von den Lenkrad-Lesern für die Anmutung des Cockpits
Dauertest Mercedes C 200 K T-Modell
Das Multimedia-System Comand APS bietet klare Grafiken und eine erstklassige Navigation
Dauertest Mercedes C 200 K T-Modell
Die weißen Ledersitze unseres Dauertestwagens ließen sich problemlos reinigen
Dauertest Mercedes C 200 K T-Modell
Sinnvolles Extra: Ein Fixkit (Aufpreis 250 Euro) erleichtert das Sichern des Ladeguts
Dauertest Mercedes C 200 K T-Modell
Der 485 Liter große Kofferraum lässt sich durch Umlegen der Fondbanklehnen vergrößern
Für die meisten Pkw-Hersteller von Volumenmodellen wird die Luft in diesem Preissegment bereits recht dünn – für Mercedes als Premiumanbieter ist die Baureihe mit dem Werkscode "W204" jedoch trotz Grundpreisen ab rund 35.000 Euro ein ganz normales Mittelklasse-Modell: ein "Brot-und-Butter-Auto", dessen (Miss-)Erfolg maßgeblichen Einfluss auf Konzern-Ergebnis und Arbeitsplatz-Sicherung hat. Abhängig sind die Verkaufszahlen allerdings vor allem von der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung: Mit mehr als 50 Prozent Firmenkunden ist die C-Klasse hierzulande einer der beliebtesten Dienstwagen. Und genau diese Rolle übernahm ein C 200 T auch bei ACE LENKRAD: In einem Jahre fuhren wir mit einem "Palladiumsilber" lackierten Kombi mit 183 PS starkem 2,0-l-Benzinmotor äußerst entspannte und sehr sichere 45.000 Dauertest-Kilometer.
Vor allem aufgrund seines herausragenden Langstrecken-Komforts war "der Daimler" – wie Mercedes-Modelle im "Ländle" noch immer gerne genannt werden – ein äußerst gefragter (Dienst-)Reise-Begleiter: Laufruhe, Federung und Sitzkomfort sind bestens – auch mehrere Stunden Fahrt legt man mühelos und stressfrei zurück. Mit aufblasbaren Wangen und Flächen trugen die vorderen Multikontursitze (Aufpreis 464 Euro) viel zum ermüdungsfreien Fahren bei, darüber hinaus erlaubten sie eine exakte Einstellung auf die jeweiligen Statur. Ebenso erfreulich: Die weißen Ledersitze unseres Testwagens, die nach etwa 10.000 Kilometern erste Verfärbungen aufwiesen, ließen sich mit einem Reinigungstuch problemlos sauber halten.
Aber nicht nur Dienstreisen mit kleinem Gepäck, auch größere Transport-Aufgaben meisterte der schwäbische Kombi zur vollen Zufriedenheit seiner Fahrgäste: Selbst bei Fahrten mit vier erwachsenen Insassen ging es im Fond nie beengt zu. Dass die Hinterbänkler im Winter nicht frieren bzw. im Sommer nicht allzu sehr schwitzen, dafür sorgen separate Luftausströmer im Fond. Allerdings nur in der Mitte – zusätzliche Ausströmer in den Holmen der B-Säule würden den Klimakomfort der Fondpassagiere weiter verbessern.
Ob Anhängelast (bis 1800 kg), Dachlast (stattliche 100 kg) oder Stauvolumen – bei allen Transport-Disziplinen muss der C-Klasse-Kombi den Vergleich mit der Konkurrenz keinesfalls zu scheuen. Die relativ steil stehende Heckscheibe schafft Platz: 485 bis 1500 Liter Stauvolumen sind in dieser Kombi-Klasse vorbildlich, beim Umlegen der Fondlehnen entsteht eine nahezu ebene Ladefläche. Immer wieder praktisch im Alltag: Serienmäßig ist unter dem Kofferraum (sauber in Styropor eingepasst) eine Kunststoff-Faltbox deponiert – die ständige Frage "sollen wir zum Einkauf noch ne Kiste mitnehmen" erübrigt sich!
Geradezu beeindruckend ist, wie souverän die C-Klasse auf voller Beladung (je nach Motorvariante 480 bis 540 Kilogramm) reagiert: Überhaupt nicht, der Fahrkomfort bleibt erstklassig. Kein hartes Ansprechen des Feder/Dämpfer-Systems, keine Veränderung des sicheren Fahrverhaltens in Kurven oder der präzisen Lenkung.
Genau an diesem Punkt spielt der Schwabe die Vorteile seines Antriebskonzepts aus! Abgesehen vom C 350 CDI 4MATIC – die Allradtechnik ist nur in Kombination mit diesem leistungsstarken Dieselmotor (231 PS, ab 48.998 Euro) erhältlich – ist die C-Klasse eines der wenigen Heckantriebs-Modelle im Mittelklasse-Segment. Nun mögen moderne Fronttriebler inzwischen auch ein hohes Maß an Lenkpräzision und -komfort erreicht haben – trotzdem wurde bei jedem Fahrzeugwechsel während des Dauertests deutlich, dass die Hecktriebler bei dieser Disziplin noch immer die Maßstäbe setzen: Die Lenkung ist völlig frei von Antriebseinflüssen, bei keinem Fahrmanöver zuckt oder rupft es am Lenkrad – eine saubere Kurvenlinie ergibt sich quasi von selbst, Fahrsicherheit und Fahrkomfort profitieren!
Entscheidenden Einfluss auf den Komfort hat allerdings auch die Wahl des Getriebes – besonders bei Mercedes! Unser 2,0-l-Benziner war mit einer mechanischen Sechsgang-Handschaltung bestückt, die mit einem unharmonischen Zusammenspiel von hakeliger Schaltung und seltsam packender Kupplung keineswegs überzeugte – die Fünfgang-Automatik, die beim Dauertest-Start im November 2008 für den C 200 Kompressor noch zur Verfügung stand, wäre die bessere Wahl gewesen. Zwischenzeitlich wurde das Modell- und Motorenprogramm jedoch neu aufgestellt und dabei um zahlreiche deutlich sparsamere Varianten ergänzt. Der 183 PS starke Benziner unseres "Dauerläufers" steht zwar noch in der Preisliste, er ist jedoch nur noch in Kombination mit der Handschaltung erhältlich, in Euro4 eingestuft und nicht mit dem Sparpaket Blue-Efficiency kombinierbar. Trotzdem sei die Chronistenpflicht eines Dauertest-Berichts erfüllt: Der Vierzylinder erfreute mit sehr leisem, vibrationsarmem Motorlauf und erwies sich bei bewusst wirtschaftlich zurückgelegten Langstrecken als sparsam – Werte um 7,5 l/100 km waren möglich. Im Kurzstreckenbetrieb oder bei schnelleren Autobahnfahrten stieg der Verbrauch jedoch deutlich an – als Testschnitt errechneten sich keineswegs zeitgemäße 9,9 l/100 km.
Deutlich sparsamer sind die Diesel, vor allem das 136 PS starke Basismodell C 200 CDI (Limousine ab 33.706 Euro, Kombi ab 35.551 Euro) sowie der meistverkaufte Motor der Baureihe, der 170 PS starke, laufruhige und durchzugskräftige C 220 CDI. Bei den Benzinern versprechen die CGI-Motoren (das Kürzel steht für Stratified Charged Gasoline Injection, zu Deutsch Benzin-Direkteinspritzung) deutlich geringere Verbrauchswerte. Hinzu kommt: Inzwischen sind fast alle Motorvarianten der C-Klasse mit dem Blue-Efficiency-Paket erhältlich – und damit motortechnisch sowie aerodynamisch (cw-Wert beim T-Modell 0,28 statt 0,31) optimiert.
Bei der Ausstattung wird die C-Klasse dem Premiumanspruch des Hauses gerecht: Vom Metallic-Lack (892 Euro) und (bei den kleinen Dieselmotoren) der Automatik (2225 Euro) einmal abgesehen, ist alles, was sinnvoll und wichtig ist, serienmäßig an Bord. Freilich lockt die Aufpreisliste nicht nur mit Assistenzsystemen, die die Sicherheit erhöhen, sondern auf mit zahlreichen Komfortfeatures, die das Fahren in einem solch noblen Auto erst richtig angenehm machen: plus 10.000 Euro allein für Extras sind bei der (Wunsch-)Zusammenstellungen einer C-Klasse schnell beisammen. Damit ist dann die 40.000-Euro-Grenze selbst bei den Basismotoren locker überschritten – und spätestens bei diesem Aspekt muss das Interieur erwähnt werden: Etwas weniger Kunststoff, etwas mehr Aufwand für eine hochwertigere Optik wäre in diesem Preissegment wünschenswert. Immerhin: Die Rundinstrumente sind bestens ablesbar, die Bedienung erschließt sich weitgehend von selbst – wenngleich etwas Verständnis für die Menüführung eines modernen Multi-media-Bordcomputers die Bedienung des (durchaus empfehlenswerten) Comand APS-Systems mit 7-Zoll-Farbdisplay sicherlich entscheidend erleichtert.
Fazit
Elegant und geräumig, komfortabel und sportlich – dass die C-Klasse ein Multitalent ist, hat sie bei unserem Dauertest ebenso eindrucksvoll unter Beweis gestellt wie ihre Zuverlässigkeit. Die Mercedes-typische Wertstabilität rundet das Gesamtbild positiv ab. Ein teures, aber auch ein tolles Auto – zu dieser Einschätzung kamen auch die ACE-Mitglieder, die sich an unserer Leserbefragung (Die Mercedes C-Klasse im Leserurteil) beteiligt haben.
Die Mercedes C-Klasse im Leserurteil
In fast 90 Prozent der Leser-Zuschriften erntete die C-Klasse viel, zum Teil überschwängliches Lob. mehr lesen
Das sagt Mercedes zu ...
... zum hohen Verbrauch und den weiteren Kritikpunkten der ACE-LENKRAD-Leser an der C-Klasse. mehr lesen
Technische Daten
| Mercedes C 200 K T-Modell | ||
| Hubraum | cm³ | 1796 |
| Zylinder/Schadstoffklasse | 4/Euro 4 | |
| Leistung | kW (PS) | 135 (183) |
| bei Motordrehzahl | min-1 | 5500 |
| Max. Drehmoment | Nm | 250 |
| bei Drehzahl | min-1 | 2800-5000 |
| Kohlendioxid-Ausstoß | g/km | 184 |
| Mercedes C 200 K T-Modell | ||
| Max. Geschwindigkeit | km/h | 228 |
| 0 bis 100 km/h | sek | 8,8 |
| Mercedes C 200 K T-Modell | ||
| Karosserie | 5-türig | |
| Kofferraumvolumen | l | 485-1500 |
| Reifendimension | 205/55 R 16 | |
| Fahrzeuglänge | mm | 4596 |
| Fahrzeugbreite | mm | 1770 |
| Fahrzeughöhe | mm | 1459 |
| Radstand | mm | 2760 |
| Spurweite vorne | mm | 1541 |
| Spurweite hinten | mm | 1544 |
| Leergewicht | kg | 1540 |
| Zuladung | kg | 1544 |
| Anhängerlast ung. | kg | 750 |
| Anhängerlast gebr. | kg | 1800 |
| Dachlast | kg | 100 |
| Mercedes C 200 K T-Modell | ||
| Verbrauch EG-Mix | l/100 km | 7,8 S |
| Tankinhalt | l | 66 |
| Reichweite | km | 846 |
| ACE-Testverbr. Minimal | l/100 km | 7,1 S |
| ACE-Testverbr. Maximal | l/100 km | 12,2 S |
| ACE-Testverbr. Schnitt | l/100 km | 9,9 S |
| ACE-Verbr. Referenzstrecke | l/100 km | 8,2 S |
| Mercedes C 200 K T-Modell | ||
| Kfz-Steuer | Euro/Jahr | 164 |
| Vers.-Klasse KH | 18 | |
| Vers.-Klasse TK | 21 | |
| Vers.-Klasse VK | 19 | |
| Haftpflichtvers. | Euro/Jahr | 1279 |
| Vollkaskovers. | Euro/Jahr | 1147 |
| Variable Kosten* | Cent/km | 27,7 |
| Feste Kosten** | Euro/Jahr | 10.277 |
| Feste Kosten** | Cent/km | 68,5 |
| Gesamtkosten | Euro/Jahr | 14.430 |
| Gesamtkosten*** | Cent/km | 96,2 |
| Basispreis | Euro | 35.670 |
| Testwagenpreis | Euro | 52.431 |
| Schätzpreis nach 50.000 km | Euro | 28.500 |
| Kosten bei 15.000 km/Jahr, 60 Monate Nutzungsdauer, berechnet von DEKRA. * für Kraftstoff, Reifen, Reperatur, Wartung und Pflege. ** für Verzinsung, Werteverlust, Kfz-Steuer, Versicherung und Unterstellungskosten. *** Variable plus feste Kosten. |
Schätzpreis: Der Schätzpreis bezieht sich auf den von uns gefahrenen Testwagen (Laufzeit 14 Monate, Laufleistung 44.624 Kilometer).





Im Heft 2/2010, S.9, weisen Sie auf einen ausführlichen C-Klasse-Vergleich mit Audi A4 u. BMW 3er auf Ihrer Webseite hin. Ich kann ihn nicht finden, lande immer wieder beim C-Klasse-Test !?
Ihr Fahraddachhalter-Test ist gut, ich habe ihn mit großem Interesse gelesen. Aber einige weitere Hinweise für uns Otto-Normalverbraucher hätten noch kommen müssen:
-max. Höchstgeschwindigkeit, Spritverbrauch
-bei Regenfahrt können wichtige Fahrradlager Wasser aufnehmen
-nach einigen Kilometern mit den Fahrrädern auf dem Dach besteht immer die Gefahr, daß man nicht mehr an die hohe Last auf dem Fahrzeugdach denkt, so z. B. beobachteten Tochter und Schwiegersohn einen Audi A6, der in eine Tiefgarage fuhr...mit schlimmsten Folgen für Fahrräder, Träger, Autodach und Heckscheibe, so z. B.fuhren Freunde am Urlaubsziel zuerst zur bekannten Gaststätte und ignorierten die Höhenbegrenzung zum Parkplatz, Schaden s.o.
Wer kann, sollte deshalb Fahrräder im Fahrzeug unterbringen. Das ist mit etwas Aufwand durchaus möglich. Wir praktizieren dies seit vielen Jahren, zuerst im Opel Vectra (5tür.), dann im Passat Variant u. nun in der C-Klasse(W203)T .