Fahrbericht: Suzuki Alto 1.0
Der kleinste der Kleinen
Suzuki Alto
Femininer Cityflitzer: Der Alto ist schön anzusehen und macht in der Stadt eine gute Figur
Suzuki Alto
Das offene Handschuhfach bietet wenig Platz. Wertgegenstände sollte man hier nicht deponieren
1979 lief der erste Suzuki Alto vom Band – seitdem verkaufte sich der Kleinstwagen über zehn Millionen Mal. Pünktlich zum 30. Geburtstag meldete sich der derzeit kleinste Spross aus der Suzuki-Familie in der siebten Generation auf dem europäischen Markt zurück. Im neuen Gewand und mit spritsparendem Antrieb soll er die Verkaufszahlen des erfolgreichen Vorgängers übertreffen. Geplant ist eine Stückzahl von 60.000 Fahrzeugen. ACE LENKRAD hat den Alto mit 1,0-l-Benziner in der "Comfort"-Ausstattung getestet.
Karosserie und Innenraum
"Fortune Rose Pearl Metallic" nennt sich die Farbe, in der unser Testwagen angeliefert wurde – man könnte aber auch ganz einfach sagen: Rosa. Die Farbe hat nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes Signalwirkung, sie sagt auch etwas über das Image, das der japanische Hersteller dem Alto offensichtlich verpassen wollte: Klein, knuffig, trendy. Ein Auto für die Stadt, ein Auto für die Frau. Ideal für enge Parklücken, wenn mal Shopping auf dem Programm steht. Doch Schluss mit den Klischees: Der Alto sieht einfach hübsch aus mit seinen großen Kulleraugen und der kurzen Schnauze und passt somit voll ins Kindchen-Schema.
Im Vergleich zum Vorgänger ist der 5-Türer aber durchaus erwachsen geworden und weist jetzt deutlich mehr Ecken und Kanten auf. Bei gleichbleibender Länge (3,50 Meter) hat der Alto außerdem ein wenig Hüftspeck angesetzt. Knapp 13 Zentimeter breiter ist die siebte Generation geworden (1,60 Meter). In die Höhe geschossen ist der Alto allerdings kaum (1,47 Meter). Das macht sich leider auch bei der Kopffreiheit im Fond bemerkbar. Hier müssen Passagiere mit europäischem Gardemaß demütig das Haupt senken.
In dieser Klasse sind natürlich generell keine Raumwunder zu erwarten und für kürzere Strecken sind auch die etwas beengten Verhältnisse erträglich. Doch der winzige Kofferraum (129-774 Liter) mit hoher Ladekante ist ein echtes Manko. Da hat zum Beispiel der Renault Twingo bei fast identischen Abmessungen mehr zu bieten (165-959 Liter). Für den täglichen Einkauf reicht der Platz zwar allemal – der Getränkehändler verdient an Alto-Fahrern aber bestimmt nicht viel. Immerhin während der Fahrt muss keiner verdursten: In der Mittelkonsole wartet der Suzuki mit zwei Becherhaltern auf und auch in den hinteren Türen ist Platz für je eine kleinere Getränkeflasche. Das offene Handschuhfach dagegen fasst kaum mehr als Kartenmaterial und Fahrzeugpapiere. Letztere sollte man dort aber schon aufgrund der Einblicke von außen lieber nicht deponieren.
Sicherheit und Bedienung
Die Innenausstattung des Alto ist auch in der höchsten Variante "Comfort" eher spartanisch und funktional. Alles ist an seinem Platz, überbordende Technik sucht man vergebens. Entsprechend einfach ist auch die Bedienung. Im Gegensatz zu anderen Neuwagen gibt es keine tausend Knöpfe und Anzeigen, zwischen denen man sich erst zurecht finden müsste – das ist zur Abwechslung sehr entspannend. Auffällig: In der Mitte des Cockpits findet sich nur die Geschwindigkeitsanzeige. Der Drehzahlmesser ist gesondert auf der linken Seite des Armaturenbretts angebracht.
Beim Einsteigen dringt als Erstes ein dezenter Kunststoffgeruch in die Nase. Kein Wunder, denn Plastik ist im Innenraum des Alto das vorherrschende Material. Wirklich billig mutet er aber trotzdem nicht an, auch wenn bei Haptik und Kratzfestigkeit leichte Abstriche gemacht werden müssen.
In punkto Sicherheit bringt der kleine Japaner in der Basisausstattung "Basic" Airbags für Fahrer und Beifahrer, Seitenairbags vorn, Gurtstraffer, Dreipunkt-Sicherheitsgurte sowie eine ISOFIX-Kindersitzbefestigung mit. Ab der mittleren Ausstattungsvariante "Club" gibt’s serienmäßig Vorhangairbags vorn und hinten. Auch der Schleuderschutz ESP ist erst ab der "Club"-Variante Serie und in der in Basisversion nur optional erhältlich (Vorhangairbags und ESP im Paket: 700 Euro). Beim EuroNCap-Crashtest fiel die neue Alto-Generation mit einem Ergebnis von nur 3 Sternen aber trotz allem durch.
Antrieb und Fahrwerk
Äußerlich gibt sich der Suzuki Alto betont feminin. Im Gegensatz dazu steckt unter der Motorhaube ein recht rauer Geselle: Denn der 1,0-l-Dreizylinder grummelt ziemlich laut und heiser vor sich hin. Derzeit ist der 68-PS-Benziner der einzige Motor, der für den Alto erhältlich ist – wahlweise mit 5-Gang-Schaltgetriebe oder mit 4-Gang-Automatik (ab "Club").
Schade, denn das kleine Triebwerk ist nicht gerade ein Kraftpaket. Im Stadtverkehr fährt sich der Alto zwar spritzig und lässt sich – auch dank kleinem Wendekreis – gut handeln, doch auf der Landstraße oder der Autobahn kann er nicht wirklich überzeugen. Da heißt es vorausschauend fahren. Beim Überholvorgang oder starken Anstiegen will der Kleine nämlich zuerst auf Touren gebracht werden. Und um die Höchstgeschwindigkeit von 155 km/h annähernd zu erreichen muss man ihn schon gehörig treten.
Die Lenkung könnte außerdem etwas direkter sein. In engen Kurven immerhin zeigt sich der Alto auch bei höherem Tempo von seiner gutmütigen Seite und leistet sich keine Ausrutscher. Grundsätzlich ist der Kleinwagen aber definitiv ein Stadtkind. Und hier zeigt er auch seine Stärken. Beim Einparken zum Beispiel: Dank seiner geringen Größe und der steilabfallenden Hecklinie ist das Einparken kinderleicht – auch ohne Einparkhilfe.
Umwelt und Kosten
Das größte Plus des Alto ist der günstige Einstiegspreis. In der Basisversion ist er schon ab 8900 Euro zu haben. Für nur 2000 Euro mehr bekommt man schon die höchste Ausstattungsvariante "Comfort" mit 50:50 umklappbarer Rückbank, MP3-fähigem CD-Radio, Alufelgen und Klimaanlage (bereits ab "Club" Serie). Ansonsten ist die Liste mit optionalem Zubehör ohnehin relativ übersichtlich und beinhaltet hauptsächlich Kosmetisches.
Suzuki preist den Alto explizit als Spritsparer an. Nur 4,4 Liter auf 100 Kilometer soll er im EG-Mix verbrauchen. Das entspricht einem C02-Ausstoß von 103 g/km. Der ACE Testverbrauch lag jedoch nach rund 1000 gefahrenen Kilometern etwa zwei Liter höher. Selbst bei Überlandfahrten kam die Redaktion nicht unter 5,5 Liter. Laut Hersteller soll der Alto so viel nur Innerorts verbrauchen. Doch auch, wenn man betont sparsam fährt, bewegt sich der Alto schnell im hohen Drehzahlbereich. Positiv zu vermerken ist hingegen, dass der Japaner bereits jetzt die Euro5-Abgasnorm erfüllt.
Fazit
Der Alto ist ein günstiger Kleinwagen – schlicht und ohne Starallüren. Wer überwiegend im Stadtverkehr unterwegs ist und nicht allzu viel zu transportieren hat, kann sich getrost am niedlichen Design erfreuen. ESP sollte aber auch in der Basisversion unbedingt geordert werden.
Plus: günstiger Einstiegspreis, ansprechendes Design, relativ niedriger Verbrauch.
Minus: schwacher Motor, wenig Stauraum, schlechte Noten beim EuroNCap.
Technische Daten
| Suzuki Alto 1.0 | ||
| Hubraum | cm³ | 996 |
| Zylinder/Schadstoffklasse | 3/Euro 5 | |
| Leistung | kW (PS) | 50 (68) |
| bei Motordrehzahl | min-1 | 6000 |
| Max. Drehmoment | Nm | 90 |
| bei Drehzahl | min-1 | 3400 |
| Kohlendioxid-Ausstoß | g/km | 103 |
| Suzuki Alto 1.0 | ||
| Max. Geschwindigkeit | km/h | 155 |
| 0 bis 100 km/h | sek | 14,0 |
| Suzuki Alto 1.0 | ||
| Karosserie | 5-türig | |
| Kofferraumvolumen | l | 129-774 |
| Fahrzeuglänge | mm | 3500 |
| Fahrzeugbreite | mm | 1600 |
| Fahrzeughöhe | mm | 1470 |
| Suzuki Alto 1.0 | ||
| Verbrauch EG-Mix | l/100 km | 4,4 S |
| ACE-Testverbrauch | l/100 km | 6,5 S |
| Suzuki Alto 1.0 | ||
| Preis ab Werk | Euro | 8900 |




