Versicherung: Kaskoschutz

Mit dem Rotstift rechnen

19.08.2010 10:26

Das Auto ist in die Jahre gekommen, die Vollkasko jedoch nie gekündigt. Wer sparen will, kann schnell Erfolg haben, wenn er seinen Schutz neu organisiert – dazu Tipps von ACE LENKRAD.


Autofahrer, die ein neues Auto kaufen oder nach einem Schaden ihre Versicherung sofort kündigen, können ihren Versicherungsschutz neu organisieren. Sparen kann man aber auch, ohne gleich den Versicherer zu wechseln.

So lohnt sich bei älteren Fahrzeugen die Kaskopolice überhaupt nicht mehr. Der Kaskoschutz ist nämlich im Gegensatz zur Kfz-Haftpflichtversicherung keine Pflicht. Solange das Auto nicht als Oldtimer von Sammlern begehrt ist, sinkt das Diebstahlrisiko bei Fahrzeugen, die mehr als zehn Jahre auf dem Buckel haben, auf null. Ob man die Kasko-Versicherung ganz abschafft, ist eine individuelle Entscheidung. "Die Schmerzgrenze ist dort, wo ein Schaden im Geldbeutel wehtut", sagt Versicherungsberater Jürgen Karpf aus Welden bei Augsburg.

Auf jeden Fall sollten Autofahrer, die noch eine Vollkaskoversicherung haben, prüfen, ob es sich nicht lohnt, den Schutz für selbst verschuldete Unfälle und Schäden durch Vandalismus aufzugeben und nur noch den kleineren Teilkaskoschutz aufrecht zu erhalten. Immerhin ist man dann noch gegen Hagel, Überschwemmung oder Sturm sowie gegen Tierkollisionen, Diebstahl, Glasbruch und Schäden an der Verkabelung versichert. Oft hat man sogar Schutz gegen gefräßige Marder.


Info-Grafik: Tabelle "Sparen mit höherem Risiko"

 

Wer einen neuen Wagen hat, kann mit einer höheren Selbstbeteiligung die Prämie senken. Dafür übernimmt er einen größeren Teil des Risikos selbst. Die Möglichkeiten zeigt ein Rechenbeispiel der Generali Versicherung aus München für einen VW Golf V 1.6. Wer eine Selbstbeteiligung von 300 Euro vereinbart, zahlt 418 Euro. Beträgt die Selbstbeteiligung für Vollkaskoschäden hingegen 500 Euro – für Teilkaskoschäden bleibt sie unverändert bei 150 Euro –, kostet die Kaskoversicherung nur noch 389 Euro. Das sind absolut zwar nur 29 Euro, doch prozentual immerhin fast sieben Prozent. Bei höheren Beiträgen, wenn der Kunde also einen geringen Schadenfreiheitsrabatt erfahren hat, macht sich der Umstieg ins höhere Risiko deutlicher in der Geldbörse bemerkbar. Wichtig: Eine Änderung der Selbstbeteiligung lassen die Assekuranzen meist auch mitten im Jahr zu. "Die kann jederzeit verändert werden", so Generali-Sprecher Michael Segal.

Wer eine Teilkaskoversicherung für seinen Gebrauchten abschließen möchte, sollte vorher stets prüfen, ob die umfangreichere Vollkaskoversicherung womöglich noch preiswerter ist. Dies ist möglich, weil die Beiträge für Teil- und Vollkasko unterschiedlich ermittelt werden. So ist für die Einstufung in die Vollkasko die Typklasse des Fahrzeuges entscheidend. Eine solche Typklasse gibt es für die Teilkasko nicht. Hier wird lediglich nach dem Risiko des Zulassungs- oder Wohnortes unterschieden. Doch die sogenannte Regio-Einstufung kann in Voll- und Teilkasko voneinander abweichen. Daher kann die Vollkaskoprämie für Autos, die in der Regio und Typklasse günstig eingestuft sind, unter dem Strich weniger kosten als die Teilkaskoversicherung. "Das ist dann wirklich ein Schnäppchen", sagt Sabine Friedrich von der Kölner Axa-Versicherung, "bessere Leistungen für weniger Beitrag."



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