Sicherheit: Begleitetes Fahren mit 17

Die nächste Generation

01.01.2010 12:00

Vom "Begleiteten Fahren" profitieren nicht nur die Führerscheinneulingen, sondern auch die Eltern.


Endlich den "Schein"

Nach einem Jahr Provisorium erhalten die Projektteilnehmer mit 18 ihren Führerschein

Training macht fit

Ein ACE-Sicherheitstraining lehrt die Frühstarter Gefahren zu erkennen und zu vermeiden

Tipps und Tricks

Aufmerksam hören die jungen Fahrer den Ausführungen der ACE-Moderatoren zu

Spass gehört dazu

Die Skepsis vor dem Training ist gewichen, die Teilnehmer merken: das macht richtig Spaß

Über 90.000 Kilometer ist Natascha Rübcke inzwischen gefahren, seit sie 2004 ihre Führerscheinprüfung be­stan­den hat. Sie ist eine der ersten Teil­nehmer am Modellversuch "Begleitetes Fah­ren mit 17". Der ACE hat sie und vier andere junge Fahranfänger von Anfang an begleitet, um aus erster Hand – von Führerscheinneu­lin­gen und ihren Eltern – Erfahrungsberichte zu bekommen. Denn als der Modellversuch 2004 startete, stand der ACE mit seinem deutlichen "Ja" zum Projekt ziemlich alleine da. Politiker und Interessenverbände ent­warfen wahre Horrorszenarien, um das "Begleitete Fahren" zu verhindern. Eltern würden sich betrunken von ihren minderjährigen Kindern nach Hause fahren lassen, die Fahranfänger hätten eh keine Lust, mit den Eltern zu fahren, und würden sich auch ohne die Begleiter hinters Steuer setzen – so die Hauptvorwürfe. Nichts davon ist eingetroffen.

Jessica Kubsch gehört ebenfalls zu den fünf Fahranfängern, die der ACE damals begleitet hat. "Ich bin sehr froh, dass ich das ge­macht habe", sagt sie heute. "Es war nicht immer einfach mit meiner Mutter, aber im Großen und Ganzen haben wir uns gut verstanden. Es gibt einem einfach ein Stück Sicherheit, wenn auf der Beifahrerseite jemand mit Erfahrung sitzt." Jessica ist im Gegensatz zu Natascha deutlich weniger unterwegs, erst seit sie aus dem hohen Nor­den nach Süddeutschland gezogen ist, fährt sie auch Langstrecken. Vielfahrerin Nata­scha hat bereits die Schattenseiten des Au­tofahrerlebens erleben müssen. Nach eineinhalb Jahren Fahrpraxis wurde ihr von ei­nem Lkw die Vorfahrt genommen, der Un­fall hätte durchaus übel ausgehen können. "Ich habe zum Glück schnell reagiert und bin voll auf die Bremse gestiegen", erzählt sie. "Da hat mir das Sicherheitstraining, das ich beim ACE gemacht habe, sehr geholfen. Das richtige Bremsen haben wir dort ja intensiv geübt."

Das "Begleitete Fahren" würde sie jedem Fahranfänger empfehlen. "Es hat Spaß gemacht und ich war mit 18 viel sicherer als andere, die gleich allein fahren durften." Und auch die Eltern von Natascha und Jessica sind sich einig, dass es sich gelohnt hat, mit den Töchtern zu fahren: "Wir waren viel ruhiger, als sie dann allein unterwegs waren. Wir wussten ja, dass sie gute Auto­fahrerinnen sind."



Kommentare
 
 
17.01.2010

Ich halte davon wenig und zwar aus einem einfachen Grund.Die Jugendlichen wollen erwachsen, selbstständig sein und Autofahren. Mit dem Führerschein ab 17 sind sie aber noch nicht mal volljährig. Wieso muß jemand schon mit 17 einen Führerschein haben, damit ist ja nicht mal ein schweres Motorrad zufahren, dafür muß man 18 sein.

Wenn etwas passiert werden sie plötzlich als Jugendliche behandelt. Ich stehe auf dem Standpunkt, wer Auto fahren will sollte auch und nur als Erwachsener behandelt werden.

Bodo Blache
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