Innovation: Forschung

Das Sitzpolster meldet Alarm

11.08.2010 15:53

Autoindustrie und Forschung arbeiten an den Textilien von morgen: Der Sitz soll die Kondition des Fahrers überwachen können.


Textilien

Der Sitz soll die Kondition des Fahrers überwachen.

Textilien

Textile Zierleiste mit Lichteffekt im automobilen Innenraum.

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Im Autositz integrierter textiler Schalter.

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Autositz-Bezug zum Einstellen der Sitzflächen-Temperatur

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Textile Zierleiste mit Lichteffekt im automobilen Innenraum

Das Auto der Zukunft fährt mit Strom oder Wasserstoff – und enthält zunehmend Komponenten aus technischen Textilien in Form von Kohlefaser und "Smart Textiles". Diese werden, so die Prognose des Forschungskuratoriums Textil (FKT), für eine kleine technische Revolution zwischen Armaturenbrett und Heckkonsole sorgen. Die Dachorganisation der 15 deutschen Textilforschungsinstitute geht von einem jährlichen Umsatzwachstum für Automobiltextilien von bis zu zehn Prozent aus.

Die Herstellungsverfahren wie Weben, Sticken, Nähen, Wirken, Stricken oder Beschichten bleiben klassisch, die Polsterstoffe bieten künftig aber ganz neue Funktionsmöglichkeiten. Zum Beispiel textile Sensoren, Solarzellen, selbstleuchtende Flächen oder spezielle Heizsysteme in den Stoffen. Renommierte Textilforschungsinstitute, mittelständische Unternehmen und Autohersteller wie Audi, Daimler oder VW forschen und arbeiten gemeinsam am heute noch futuristisch anmutenden Interieur kommender Automobil-Generationen.

Etwa an einem in die Textilien integrierten Sensor-System, das die Sitzbelegung und die exakte Sitzposition aller Passagiere in den Fahrzeugen erkennen kann. Es besteht aus textilen Schaltungsträgern, auf die mikroelektronische Bauelemente aufgebracht sind. Im Forschungsprojekt INSITEX, an dem sich Daimler und ein Fraunhofer-Institut aus Berlin beteiligen, wird untersucht, auf welche Weise intelligente Textilien zur Verbesserung der Insassensicherheit beitragen können. Kleinstkomponenten im Sitz, Gurt, Lenkrad oder Himmel sollen verschiedene Signale und Parameter des Fahrers (EKG, Kopfposition, Atmung, Hauttemperatur) erfassen und so Aufschluss über Müdigkeit, Belastung oder Stress geben.

In Dresden und Aachen tüfteln Wissenschaftler und Ingenieure an Motorhauben mit 3-D-Textilien als Aufprallschutz. Diese textilen "Spacer" werden mit Schäumen, Vliesstoffen und Dämpfungsgelen versehen.

Gefragt sind moderne Faserverbundwerkstoffe natürlich auch, wenn es um das Reduzieren des Fahrzeuggewichtes geht.

Verstärkungstextilien aus Hochleistungsgarnen (Textilglas, Kohlenstoff, Aramid) könnten für die Produktion von Karosserie- und Versteifungsteilen, Stoßfängern, Blatt- und Spiralfedern in naher Zukunft zum Einsatz kommen.

Die vieljährigen Entwicklungszyklen in der Autoindustrie erfordern einen langen Atem. Der abzusehende Technologieschub wird Textil-Innovationen, egal ob gewirkt, gestrickt oder geflochten, dennoch bald in die Schlagzeilen und den Neuwagenkäufern Nutzen bringen.



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