Ratgeber: Ersatzteilmarkt
Aus alt mach neu
Der sein Auto in die Werkstatt bringt, weil – beispielsweise – der Klimakompressor kaputt ist, bekommt immer häufiger ein wiederaufbereitetes Altanstelle eines neu produzierten Ersatzteiles eingebaut. Marktführer beim sogenannten Remanufacturing ist Bosch. Im Göttinger Werk werden rund 9000 verschiedene Teile aus 27 Produktgruppen aufbereitet.
Remanufacturing ist ein Konzept für Hochlohnländer wie USA und Europa. In Südamerika, Asien und Afrika, wo die Lohnkosten deutlich geringer sind, wird in den Werkstätten dagegen auf Fehlersuche mit Reparatur gesetzt.
In der Praxis läuft Remanufacturing so ab, dass kaputte Starter, Generatoren, Bremssättel, Zündverteiler oder Dieseleinspritzpumpen von den Werkstätten nach Göttingen geschickt werden, im Gegenzug erhält die Werkstatt ein wiederaufbereitetes Ersatzteil. Der defekte Rückläufer wird genauestens überprüft, besteht er die erste Kontrolle, wird er in seine Bestandteile zerlegt und gereinigt. Verschleißteile sowie stark beanspruchte und sicherheitsrelevante Komponenten werden ausgetauscht. Nach einem abschließenden Sicherheitscheck wird dieses so wiederaufbereitete Teil – in Erstausrüsterqualität und mit der gleichen Garantie wie ein neu produziertes Ersatzteil – erneut in den Kreislauf eingespeist.
Auch für die Kunden lohnt sich Remanufacturing, sie sparen zwischen 30 und 40 Prozent. Zudem können so auch Ersatzteile für ältere Modelle beziehungsweise für Fahrzeuge, die in niedriger Stückzahl gebaut werden, angeboten werden. So werden beispielsweise die Hauptkomponenten des elektrischen Hybridantriebs von VW Touareg und Porsche Cayenne von Anfang an ausschließlich als Remanufacturing-Erzeugnisse vertrieben.
In Zeiten immer knapper und teurer werdender Rohstoffe nimmt die Bedeutung des Remanufacturing zu. So können beispielsweise bei der Produktion eines Ritzelstarters (siehe Grafik) 8,99 kg CO2 eingespart werden. Beim Material werden im Vergleich zur Neuproduktion 88 Prozent weniger benötigt, der Energieverbrauch sinkt um 56 Prozent. Nach Angaben von Bosch werden so jährlich rund 23.000 Tonnen CO2 eingespart. Einzige Voraussetzung ist, dass genügend brauchbare Altteile vom Markt zurückkommen.
Mit Recycling hat Remanufacturing im Übrigen nichts zu tun. Bei Ersterem wird ein Produkt komplett in sämtliche Bestandteile zerlegt, die einzelnen Rohstoffe werden wiederverwertet und es wird ein völlig neues Produkt geschaffen. Bei Remanufacturing dagegen werden die Grundkörper mehrfach verwendet.









