Ratgeber: Ersatzteilmarkt

Aus alt mach neu

01.07.2010 12:00

Der Ersatzteilmarkt ist im Wandel: Anstatt neue Teile zu produzieren, werden immer häufiger Altteile runderneuert.


Der sein Auto in die Werkstatt bringt, weil – beispielsweise – der Klimakompressor kaputt ist, bekommt immer häufiger ein wiederaufbereitetes Altanstelle eines neu produzierten Ersatzteiles eingebaut. Marktführer beim sogenannten Remanufac­tur­ing ist Bosch. Im Göttinger Werk werden rund 9000 verschiedene Tei­le aus 27 Produkt­grup­pen aufbereitet.

Re­manufacturing ist ein Kon­zept für Hochlohnländer wie USA und Europa. In Südamerika, Asien und Afrika, wo die Lohnkosten deutlich geringer sind, wird in den Werkstätten dagegen auf Fehler­suche mit Reparatur gesetzt.

In der Praxis läuft Remanu­facturing so ab, dass kaputte Starter, Gener­atoren, Bremssät­tel, Zündver­teil­er oder Diesel­ein­spritzpum­pen von den Werkstätten nach Göttingen geschickt werden, im Gegenzug erhält die Werkstatt ein wiederaufbereitetes Ersatz­teil. Der defekte Rückläufer wird ge­nauestens überprüft, besteht er die erste Kontrolle, wird er in seine Bestandteile zerlegt und gereinigt. Verschleißteile sowie stark beanspruchte und sicherheitsrelevante Kompo­nenten werden ausgetauscht. Nach ei­nem ab­schließenden Sicher­heits­check wird dieses so wiederaufbereitete Teil – in Erstausrüster­qualität und mit der gleichen Garantie wie ein neu produziertes Ersatz­teil – erneut in den Kreislauf eingespeist.

Auch für die Kunden lohnt sich Remanufacturing, sie sparen zwischen 30 und 40 Prozent. Zu­dem können so auch Ersatzteile für ältere Modelle beziehungsweise  für Fahrzeuge, die in niedriger Stückzahl gebaut werden, angeboten werden. So werden beispielsweise die Hauptkom­po­nenten des elektrischen Hy­brid­antriebs von VW Touareg und Porsche Cayenne von Anfang an ausschließlich als Remanufacturing-Erzeugnisse vertrieben.


In Zeiten immer knapper und teurer werdender Rohstoffe nimmt die Bedeutung des Re­manu­facturing zu. So können beispielsweise bei der Produktion eines Ritzelstarters (siehe Grafik) 8,99 kg CO2 eingespart werden. Beim Material werden im Vergleich zur Neuproduktion 88 Prozent weniger benötigt, der Energieverbrauch sinkt um 56 Prozent. Nach Angaben von Bosch werden so jährlich rund 23.000 Tonnen CO2 eingespart. Einzige Voraussetzung ist, dass genügend brauchbare Altteile vom Markt zurückkommen.

Mit Recycling hat Remanu­facturing im Übrigen nichts zu tun. Bei Ersterem wird ein Produkt komplett in sämtliche Bestandteile zerlegt, die einzelnen Rohstoffe werden wiederverwertet und es wird ein völlig neues Produkt geschaffen. Bei Remanufacturing dagegen werden die Grundkörper mehrfach verwendet.



Kommentar schreiben
 
 

Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wir freuen uns über kritische Anmerkungen, Lob oder ergänzende Hinweise. Wir behalten es uns aber vor, unsachgemäße und auf Beleidigung zielende Einträge zu löschen.

Falls Sie Fragen an den ACE haben, senden Sie bitte eine E-Mail an msa@ace-online.de. Zur schnelleren Bearbeitung Ihres Anliegens benötigen wir die Quellenangabe des Artikels, zu dem Sie eine Frage stellen möchten.

Dauertest
 
 
Ihre Meinung ist uns wichtig. Machen Sie mit beim Dauertest zum Hyundai i30.
Mitglied werden
 
 
Treten Sie dem ACE bei: Sie bekommen Hilfe rund um die Uhr. Für Mitglieder kostenlos und europaweit.
Probeheft
 
 
Wollen Sie ein kostenloses Probeheft von ACE LENKRAD? Hier können Sie es bestellen.
BTN