Aktion: Verkehrssicherheit

Schulweg-Doktor auf Deutschlandtour

01.03.2010 12:00

Der ACE startet jetzt seine neue Kampagne zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Wie sicher sind die Schulwege in Deutschland?


Alle vier Minuten passiert statistisch gesehen in Deutschland ein Schul­wegunglück. Grund genug für den ACE, in seiner diesjährigen Schwerpunkt-Kampagne zur Verkehrssicherheit die Schul­wege etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Unter dem Motto "Schulweg-Doktor" werden in den nächsten Wochen die Ehren­amtlichen aus den über 200 ACE-Kreisen unterwegs sein und die Schulwege einem genauen Check unterziehen. Denn mehr als 50 Prozent aller Schulwegunfälle geschehen in engem Umkreis des Wohnumfeldes von nur 500 Metern, 90 Prozent im Umkreis von 900 Metern. Mit über 45 Prozent sind Fahrradfahrer an den meisten dieser Un­fälle beteiligt. Mit weitem Abstand folgen Autos (20,4 Prozent), Fußgänger (9,7 Pro­zent), motorisierte Zweiräder (9,3 Prozent) und als Letztes die Schulbusse mit lediglich 4,7 Prozent. Die meisten Unfälle entstehen durch zu hohe Geschwindigkeiten und eine ungenügende Beschilderung an den Zu­fahrt­straßen. Zusätzliche Risiken bergen bei­spiels­­­weise Bushaltestellen oder kreuzende Radwege.

"Wir sehen auf dem Gebiet der Schul­weg­sicherheit dringenden Handlungsbedarf", sagt Bruno Merz vom ACE. Seinen Angaben zufolge haben die Schulwegunfälle bundesweit von 114.510 (2007) um gut 3,5 Pro­zent auf 118.563 (2008) zugenommen. Die Zahl der Schüler ist im selben Zeitraum da­gegen von 9,2 Millionen um 1,7 Prozent auf 9,04 Millionen zurückgegangen. Im Jahr 2007 wurden bundesweit 57 Kinder bei Ver­kehrsunfällen auf dem Schulweg getötet, 2008 sind 68 Kinder auf dem Weg zur oder von der Schule ums Leben gekommen.

Mit seiner Aktion will der ACE jetzt herausfinden, wie die Schulwege sicherer gemacht werden können. In einem ersten Teil sind dabei die Schulen selbst im Fokus. Gibt es einen verantwortlichen Lehrer oder Eltern für die Schulwegsicherheit? Gibt es einen Schulwegeplan? Wie sieht es mit einem regelmäßigen Schülerlotsendienst aus? In welchen Klassen wird Verkehrsschulun­ter­richt erteilt? Und wie kommen die Schüler zur Schule? Mit den Eltern, dem Bus, dem Fahrrad oder zu Fuß? Im zweiten Schritt wird der Schulweg selbst genau unter die Lupe genommen. Denn es macht einen riesigen Unterschied, ob die Schule an einer Hauptstraße oder etwa in einer Sackgasse liegt, ob rund um die Schule Tempo 50 er­laubt ist oder ob es sich um eine verkehrsberuhigte Zone handelt. Die ACE-Ehren­amtlichen werden bauliche Merkmale zur Geschwindigkeitsreduzierung genauso er­fassen wie die Strecken, die die Schüler auf dem Weg zum Unterricht nehmen, und die Bushaltestellen an den Schulen.

Wenn die Schulweg-Doktoren ihre genauen Diagnosen ausgearbeitet haben, werden die Ergebnisse mit den Schulbehörden, El­tern, Polizei und Gemeinden diskutiert. Da­zu will der ACE die Möglichkeiten sondieren, wie die einzelnen Schulwege zum Bei­spiel durch bauliche Maßnahmen sicherer gemacht werden können. Denn gerade Kin­der brauchen, so Bruno Merz, einen besonderen Schutz im Straßenverkehr. Sie können Entfernungen und Geschwindigkeiten nicht richtig einschätzen, das räumliche Vorstellungsvermögen und die Wahrneh­mung von komplexen Situationen sind bei Kindern noch nicht voll entwickelt. Um im Straßenverkehr die Handlungsabsichten der erwachsenen Verkehrsteilnehmer zu erkennen, fehlt es Kindern schlicht an Erfahrung. Der ACE will mit seiner Kampagne dazu beitragen, dass verkehrssichere Schulwege eine Selbstverständlichkeit werden und die Unfallzahlen deutlich und nachhaltig ge­senkt werden können.


Im Jahr 2008 starben 68 Kinder auf dem Weg zur oder von der Schule. Der ACE hat deshalb jetzt die Aktion "Schulweg-Doktor" gestartet, bei der die Schulwege einer genauen Prüfung unterzogen werden. Im Anschluss daran wird gemeinsam mit Lehrern, Eltern, Polizei und Gemeinden diskutiert, wie die Verkehrssicher­heit an den Schulen erhöht werden kann.
www.ace-online.de/schulwegdoktor



Kommentare
 
 
15.03.2010

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

das ist eine sehr gute Aktion.

Bitte schauen Sie sich doch mal den Schulweg der Grundschule in 71711 Steinheim-Höpfigheim an.

Er führt über einen Zebrastreifen (Kreisstraße), welcher direkt an einer Kreuzung liegt und deshalb regelmäßig übersehen wird, da die Autofahrer nur nach dem motorisierten Querverkehr schauen.

Im weiteren Verlauf hat der Schulweg auf ca. 100-150 Metern keine Gehweg. Wenn sich auf der Strecke 2 Fahrzeuge begegnen und noch ein Kind auf der Straße ist, wird es gefährlich.

Die Gemeinde Steinheim und das Landratsamt Ludwigsburg sehen jedoch keinen Handlungsbedarf.

Schulungen der Kinder werden von der Polizei regelmäßig durchgeführt - dabei wurde schon fast ein Kind überfahren.

Es wäre toll, wenn der ACE zu diesem Schulweg eine Meinung hätte.

 

Mit freundlichen Grüßen

Monika Michelfelder

Monika Michelfelder
25.03.2010

sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe für den Schulwegdoktor kontrolliert:

Froebel Schule

Ulmenstr.15

47239 Rumeln Kaldenhausen

 

Es gibt keine Geschwindigkeitsbeschränkung,

keine Querungshilfen,

keine Parkmöglichkeiten Haltemöglichkeiten vor der Schule,

keine Radwege,

die Regelungen bisher Unübersichtlich.

Mit freundlichem Gruß

Josef Cerny Kreisverband Moers-Krefeld Beisitzer

Josef Cerny
02.09.2010

Hallo,

hätte ebenfalls einen Schulweg zum kontrollieren. Dieser befindet sich in Weinstadt- Schnait. Es wurde auch schon festgestellt, dass es eine sehr "kritische" Stelle gibt. Es handelt sich hierbei um einen Zebrastreifen unmittelbar nach einer nicht einsehbaren Kurve. Bei Kontrollen von Eltern und Presse wurde der Zebrastreifen sehr oft "übersehen", d.h. die Autos fuhren einfach durch obwohl Kinder am Zebrastreifen standen. Vor allem Morgens ist dies sehr häufig zu beobachten. Das Thema war auch schon in der Waiblinger Kreiszeitung. Die Stadt Weinstadt sieht hier ihre Pflicht erfüllt bzw. keinen Handlungsbedarf. Ein "Blinklicht" vor der Kurve wurde abgelehnt, ebenso wie andere Vorschläge besorgter Eltern. Das hier nocht nichts passiert ist, grenzt an ein Wunder.

Grüße

Constantin Fant

Constantin Fant
21.09.2010

Eigentlich eine schöne Aktion.

 

Aber nur theoretisch.

 

Man kann sich mancherorts des Eindrucks nicht erwehren, dass der Schulwegcheck der Profilierung einzelner Personen dient. Kontaktaufnahme mit den Verantwortlichen in der Straßenverkehrsbehörde und bei der Polizei? Fehlanzeige! Was nützt es, wenn ein Schulweg als mangelhaft bewertet wird, aber den Behörden weder mitgeteilt wird, um welchen Schulweg noch um welche Mängel es sich handelt? Wie sollen sie dann reagieren und auf Verbesserungen hinwirken können?

 

Nicht lösbar ist sicher das Problem, dass sich einzelne Ehrenamtliche bestimmte Schulwege herauspicken, die sie selbst als kritisch bewerten. Dies ergibt dann ein sehr schiefes Bild, erscheint es doch so, dass in einer Stadt die Mehrheit der Schulwege gelb oder rot eingestuft wird - die unkritischen Schulwege werden erst gar nicht unter die Lupe genommen.

 

Wenn eine solche Aktion, dann bitte mit einheitlichen Kriterien, mehr Transparanz und v.a. Kommunikation mit den Verantwortlichen.

Kerstin Scharfenberg
17.10.2010

hallo schulweg-doktor-team,

für unsere Schule in Mutlangen bitte ich um Zusendung von 10 ihrer aufkleber "schulweg-doktor"

 

Helmut Reubold

Konrad-Adenauer-Straße 26

73529 Schwäbisch Gmümd

 

besten dank und gruß aus der ostalb

Helmut Reuboldf

Helmuit Reubold
24.11.2010

In unserer heutigen Tageszeitung wurde über den ACE-Schulwegdoktor berichtet. Das lediglich das Verhalten der Eltern zu wünschen übrig ließ, die Stadt MARL jedoch gut abgeschnitten habe. Ganz zur Freude unseres Bürgermeisters Werner Arndt und des städtischen Verkehrsexperten Udo Lutz. Eine Schilderung die mich sehr verwundert. Planen doch die kommunalen Parteien seit Jahren und gegen den Willen der betroffenen Anwohner und Eltern eine Grundschule, die z.Z. noch in einem ruhigen Wohngebiet liegt mit erheblichem Straßenverkehr zu beaufschlagen. Die Emslandstraße an der diese Grundschule liegt, endet im Wohngebiet und wird somit nur von Anliegern genutzt. Den Plänen unserer Volksvertreter nach, soll diese Straße einem wachsenden Neubaugebiet mit weiterer Anbindung an eine 2-spurige Hauptverkehrsstraße geöffnet werden. Verkehrsuntersucheungen haben einen daraus resultierenden stark ansteigenden Durchgangsverkehr ergeben. Dieses Vorhaben fällt doch sicher nicht unter die von Herrn Walter Schlegemann gelobten Verkehrssicherheitsaktionen!!??

Klaus Kirchner
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