Vergleichstest: Alfa MiTo vs.Citroën DS3

Schönlinge

01.07.2010 12:00

Kleine Sportsfreunde: Alfa Romeo und Citroën haben zwei potente Designerautos im Programm, die Fahrspaß ohne Reue bieten sollen. Ein Spagat?


Alfa MiTo vs. Citroën DS3

MiTo und DS3 setzen auf frisches, freches und modernes Design

Alfa MiTo vs. Citroën DS3

Die sportlichen Kleinwagen sind in Deutschland Konkurrenten des Mini und des neuen Audi A1

Alfa MiTo

Alfa bietet für den MiTo ein Sportpaket unter anderem mit Heckflügel und Leichtmetallfelgen für 800 Euro

Alfa MiTo

Das Cockpit des MiTo ist aufgeräumt und solide. Der Navihalter kostet 50 Euro

Alfa MiTo

Das Platzangebot hinten ist ausreichend – auch für Erwachsene

Alfa MiTo

Die Sportsitze des MiTo sind groß geschnitten und bequem

Alfa MiTo

Die getrennt klappbaren Lehnen verschlingen beim MiTo 220 Euro

Alfa MiTo

Ab Werk verfügt der Alfa über eine elektronische Fahrwerksregelung

Citroën DS3

Der DS3 VTi 120 wird ab der Version SoChic in Zweifarblackierung geliefert

Citroën DS3

Das schicke Cockpit besticht mich viel Lack und Applikationen

Citroën DS3

Die Kopffreiheit hinten ist beim DS 3 leicht eingeschränkt

Citroën DS3

Der Laderaum des DS3 fasst 285 Liter bei normaler Sitzstellung

Citroën DS3

Das im Vergleich zum Alfa konventionelle Fahrwerk bietet trotz Sportlichkeit guten Komfort

Das Terrain der Kleinen ist eigentlich die Stadt. Dort spielen die Viermeter-Autos ihr Können aus. Sie sind handlich, benötigen wenig Parkraum und erledigen ihren Job in der Regel sehr ökonomisch. Doch seitdem die Neuauflage des Mini 2001 auf dem Markt ist, hat sich diese betont rationale Betrachtungsweise verändert. Die Kleinen sollen auch Spaß machen. Das fängt schon beim Design an. Der Mini hat es vorgemacht, die Konkurrenz zieht nach. Sowohl Citroën als auch Alfa locken ebenfalls mit Emotionen – und sportlichem Charakter. Im Test: der Alfa MiTo 1.4 TB 16V (135 PS) und der brandneue Citroën DS3 VTi 120 mit 120 PS.


Karosserie und Innenraum

Alfa MiTo und Citroën DS3 sind nicht einfach nur Kleinwagen, ihre Macher haben viel Wert auf die Optik gelegt – und das nicht nur bei der Gestaltung der Hülle. Auch im Innen­­raum steckt viel Liebe zum Detail. Wobei der DS3 mit kleinen Designfinessen, Kla­vierlack und Applikationen sogar einen Hauch von Luxus verströmt. Der MiTo wirkt sportlicher, ohne dass sich das nachteilig auswirkt. Die Qualität stimmt: Die Materialanmutung ist in beiden Autos bis auf wenige Hartplastikteile gut und die Ver­arbeitung hinterlässt einen für diese Klasse ordentlichen Eindruck. Autos mit Cha­rakter und Wohlfühlfaktor.

Das Raumangebot ist in Anbetracht der Größe angemessen. Im MiTo fühlt man sich in der ersten Reihe auch dank der körpergerechten Sportsitze gut aufgehoben.

Kopf-, Bein- und Schulterfreiheit reichen auch bei einer Körpergröße von 1,85 Meter. Auf den Rücksitzen geht es enger zu, der Aufenthalt im Fond ist aber auch Erwachsenen zumutbar. Nicht anders im DS3. Mit zwei Einschränkungen: Die leider nur per Hebel verstellbaren Sitzlehnen sind zu weich und im Fond des Franzosen ist die Kopffreiheit leicht eingeschränkt. Sein Vorteil: Die Rücksitze lassen sich ab Werk asymmetrisch falten, bei Alfa kostet das samt fünftem Sitzplatz 220 Euro. Und obendrein fasst das Ladeabteil des Franzosen mit 285 Litern 15 Liter mehr als der Gepäckraum des Italieners, der zudem durch die extrem hohe Ladekante (82 Zentimeter) das Beladen erschwert.


Sicherheit und Bedienung
Sowohl Alfa Romeo als auch Citroën leisten sich bei der passiven Sicherheit keine Schwächen. Die Italiener rüsten den  MiTo sogar mit einem Knieairbag aus. ESP ist in beiden Autos Serie. Charmant: Der MiTo verfügt ab Werk über einen Alkoholtester. Kein System, das mit der Fahrzeugelektronik gekoppelt ist, vielmehr ein simples Exemplar für das Handschuhfach. Dennoch eine gute Idee, für den Fall der Fälle – Verzicht ist aber immer noch die beste Prävention.

Auch an der Bedienung gibt es wenig auszusetzen. Es sind eher kleine Eigenheiten, die beim Erstkontakt stören. Die Suche nach dem Bluetooth-Telefon gestaltet sich im MiTo etwas umständlich, dafür muss man sich im DS3 erst einmal an die nicht immer gleich nachvollziehbare Bedienlogik des Navis gewöhnen. Anzeigen und Schalter sind aber in beiden Autos übersichtlich angeordnet und praxisorientiert. Und selbst die Übersichtlichkeit bietet keinen großen Anlass zur Kritik. Lediglich der Blick nach schräg hinten könnte beim Alfa etwas besser sein – die massive C-Säule ist beim Rangieren im Weg.



Antrieb und Fahrwerk
Alfa Romeo setzt bei seinem Vierzylinder auf ein neues Kon­zept. Bei der sogenannten MultiAir-Technologie wird die Einlass-Nockenwelle durch eine elektrohydraulische Ventilsteuerung ersetzt – eine kleine Revolution. Der Vor-teil: Die Einlassventile lassen sich zylinderindividuell ansteuern. Die Techniker versprechen sich davon mehr Kraft und weniger Verbrauch. Das Konzept geht – teilweise – auf. Der 135 PS starke 1,4-l-Turbo weiß sich dank neuer Technikkonfiguration und Zwangsbeatmung bissig in Szene zu setzen. Bereits knapp unter 2000 U/min liegt das maximale Drehmoment von 206 Nm an. Erst jenseits von 4500 U/min lässt der Druck des Vierzylinders wieder nach. Posi­tiv beeinflusst wird der kraftvolle Antritt von der sogenannten D.N.A. – einer dreistufigen Fahrdynamikregelung (Dynamik, Normal, All weather). Sie beeinflusst elektronisch Motorsteuerung, Getriebe und Lenkung inklusive Stabilitätsprogramm. Im Dynamik-Modus geht der Sechzehnventiler besonders zackig zu Werke. Sein Tem­perament profitiert auch von der kurzen Übersetzung des knorrigen Fünfgangge­triebes. Dazu passt das sportlich-straffe und agile Fahrverhalten, das sich je nach Modus der D.N.A. zwischen gesittet und frech be­wegt. Diesbezüglich steht der DS3, der ohne elektronische Regelung auskommen muss, dem Alfa aber in nichts nach, wenn man mal von der nicht ganz so zielgenau agierenden Lenkung absieht. Positiv: Der Franzose bietet bei aller Sportlichkeit auch noch einen respektablen Abrollkomfort. Seine Federwege sind selbst für harte Ver­werfungen lang genug ausgelegt. Sein "Manko": Der kultivierte 1,6-l-Vier­zylinder (120 PS) ist ständig auf Drehzahlen angewiesen.

Zwischen 2000 und knapp  3000 U/min ist der konventionelle Saugmotor des DS3 sogar ein wenig schlapp. Da hilft auch das kurz übersetzte und präzise zu schaltende Fünfganggetriebe nicht viel. Im Gegensatz zum MiTo wirkt der DS3 fast ein wenig gehemmt.


Umwelt und Kosten
Wie oben bereits erwähnt: Das MultiAir-Konzept von Alfa Romeo geht teilweise auf. Beim Verbrauch setzt der Italiener trotz MultiAir- und Start-Stopp-Technologie keine Zeichen. Mit 7,9 Litern im Testschnitt liegt er 0,7 Liter über dem DS3. Zugegeben: Der Alfa hat 15 PS mehr unter der Haube, wiegt 60 Kilo mehr und verleitet zu einer flotteren Fahr­weise, aber der technische Aufwand, den die Italiener zur Verbrauchsreduzierung betreiben, ist auch höher. Werte unter sieben Litern sind aber genauso wie beim Citroën möglich, wenn man betont ökonomisch unterwegs ist und das Gaspedal nicht ständig durchtritt.

Preislich schenken sich die beiden Kontrahenten auf den ersten Blick wenig. Der Alfa MiTo 1.4 TB 16 V kostet 17.450 Euro, der DS3 VTi 120 17.500 Euro. Bei genauerer Be­trachtung ist der von Haus aus zweifarbig lackierte Franzose aber preiswerter: Dem Italiener fehlt die Klimaanlage (850 Euro) und die asymmetrisch geteilte Rückbank. Unterm Strich ist der Ausstattungs­umfang beim DS3 etwas besser. Und die Kosten? Vertretbar. Ein Patt herrscht bei Reparatur und Wartung. In der Versicherung und beim Wertverlust punktet der Citroën. Tipp: Wer den Alfa finanziert, erhält eine verlängerte Garantie.


Fazit
Frankreich schlägt in diesem Fall Italien nach Punkten. Spaß ohne Reue bieten beide, auf die Topaggregate mit rund 160 PS kann man getrost verzichten. Der Alfa müsste jedoch sparsamer sein! Der Spagat gelingt beiden – fast.

1. Platz: Citroën DS3
Der DS3 kann die Kapitel Karosserie/Innenraum und Umwelt/ Kosten für sich entscheiden. Das reicht. Sein Vorzug: Verbrauch, Ausstattung und Handling. Minus: Der Motor wirkt vergleichsweise brav.

2. Platz: Alfa MiTo
Der MiTo besticht mit kraftvollem Antrieb, den dynamischen Fahreigenschaften sowie im Kapitel Sicherheit/Bedienung. Sein Manko: Im Vergleich ist der Verbrauch zu hoch. Dennoch: ein pfiffiges Auto.


Der Mini Cooper besticht durch seine erstklassige Straßenlage und das tolle Handling

Die Alternative

Mini Cooper – nur die Liebe zählt

Der Mini ist der Platzhirsch im Segment der kleinen Designerautos. Die erste Auflage des Retro-Modells unter BMW-Führung (2001 bis 2006) avancierte sofort zum Kassenschlager, die zweite Generation kann sich über mangelnden Zuspruch auch nicht beklagen. Zu den Highlights des Briten zählen das Exterieur- und Interieurdesign, das stilecht die Linien des Ur-Modells interpretiert, auch wenn an der einen oder anderen Stelle doch etwas viel Plastik verbaut wurde und es um die Ergonomie auch nicht zum Besten bestellt ist. Bei einer Außenlänge von 3,7 Metern sollte der Käufer zudem kein Raumwunder erwarten. Vorn sitzt man zwar selbst als Großgewachsener auf den gut geformten Sportsitzen ohne Beklemmungen, aber im Fond ist das Platzangebot dürftig – das Gestühl eignet sich eher als Notsitz. Auch der Kofferraum ist mit 160 Litern Fassungsvermögen keine Offenbarung. Mehr als Einkaufstüten ist nicht drin. Dafür entschädigt der Mini Cooper beim Fahrverhalten. Agiler fährt sich kein Kleinwagen. Die Lenkung ist super direkt und präzise, das Fahrver­halten ist top: keine Tendenz zum Untersteuern, Lastwechsel sind ihm fremd. Der straff gefederte Mini klebt förmlich auf der Straße. Der 122 PS starke 1,6-Liter von Peugeot ist auf Drehzahlen angewiesen, wenn es richtig munter vorangehen soll. Dank des knackigen Sechs­ganggetriebes macht das aber richtig Laune. Der Ver­brauch hält sich in Grenzen. Also alles prima? Fast. 19.300 Euro kostet der Cooper – Extras noch nicht eingerechnet. Sicherlich kein Pappenstiel – doch nur die Liebe zählt.   


Technische Daten

Motor
  Alfa Romeo MiTo Citroën DS3 VTi120 Mini Cooper
Hubraum cm³ 1368 1598 1598
Zylinder/Schadstoffklasse   4/Euro 5 4/Euro 5 4/Euro 5
Leistung kW (PS) 99 (135) 88 (120) 90 (122)
bei Motordrehzahl min-1 5000 6000 6000
Max. Drehmoment Nm 206 160  
bei Drehzahl min-1 1750 (Dynamic) 4250  
Kohlendioxid-Ausstoß g/km 129 136 127
Fahrleistung
  Alfa Romeo MiTo Citroën DS3 VTi120 Mini Cooper
Max. Geschwindigkeit km/h 207 190 203
0 bis 100 km/h sek 8,4 9,9 9,1
Karosserie / Innenraum
  Alfa Romeo MiTo Citroën DS3 VTi120 Mini Cooper
Karosserie   3-türig 3-türig  
Kofferraumvolumen l 270 285 160
Reifendimension   195/55 R 16 195/55 R 16 195/55 R 15 H
Fahrzeuglänge mm 4063 3948 3699
Fahrzeugbreite mm 1720 1715 1683
Fahrzeughöhe mm 1446 1458 1407
Radstand mm 2511 2452  
Spurweite vorne mm 1483 1465  
Spurweite hinten mm 1475 1467  
Leergewicht kg 1210 1150  
Zuladung kg 485 404  
Anhängerlast ung. kg 400 570  
Anhängerlast gebr. kg 500 1150  
Dachlast kg 50 70  
Stützlast kg 60 46  
Verbrauch
  Alfa Romeo MiTo Citroën DS3 VTi120 Mini Cooper
Verbrauch EG-Mix l/100 km 5,6 S 5,9 S 5,4 S
ACE-Testverbrauch l/100 km     7,4 S
Tankinhalt l 45 50  
Reichweite km 804 847  
Preise und Kosten
  Alfa Romeo MiTo Citroën DS3 VTi120 Mini Cooper
Preis ab Werk Euro 17.450 17.500 19.300
Kfz-Steuer Euro/Jahr 46 64  
Vers.-Klasse KH   17 15  
Vers.-Klasse TK   22 19  
Vers.-Klasse VK   20 17  
Haftpflichtvers. Euro/Jahr 1201 1069  
Vollkaskovers. Euro/Jahr 1240 1147  
Variable Kosten* Cent/km 22,4 22,7 22,5
Feste Kosten** Euro/Jahr 6627 6413  
Feste Kosten** Cent/km 44,18 42,8  
Gesamtkosten Euro/Jahr 9987 9813  
Gesamtkosten*** Cent/km 66,6 65,4 64,1
Kosten bei 15.000 km/Jahr, 60 Monate Nutzungsdauer, berechnet von DEKRA.
* für Kraftstoff, Reifen, Reperatur, Wartung und Pflege.
** für Verzinsung, Werteverlust, Kfz-Steuer, Versicherung und Unterstellungskosten.
*** Variable plus feste Kosten.

Bewertung

Karosserie / Innenraum
  Alfa Romeo MiTo Citroën DS3 VTi120
Qualitätseindruck (30) 24 27
Zustieg (10) 6 5
Raumangebot (40) 17 19
Sitz vorne (30) 18 11
Sitzposition hinten (20) 12 12
Klimatisierung (10) 0 4
Infotainment (20) 13 15
Ablagen (10) 4 2
Kofferraum/Zuladung (40) 18 16
Variabilität/Ladekante (30) 8 15
Anhängelast (10) 3 8
Summe (250) 123 134
Sicherheit / Bedienung
  Alfa Romeo MiTo Citroën DS3 VTi120
Passive Sicherheit (60) 40 35
Kindersicherheit (20) 14 13
Aktive Fahrsicherheit (60) 57 57
Fahrassistenten (40) 12 4
Licht (20) 8 8
Rundumsicht (10) 5 6
Bedienung (40) 24 25
Transportsicherheit (10) 1 3
Summe (260) 161 151
Antrieb / Fahrwerk
  Alfa Romeo MiTo Citroën DS3 VTi120
Motorcharakteristik (30) 28 23
Fahrleistungen (20) 20 16
Durchzug 80 - 120 km/h (30) 30 30
Getriebe/Schaltung (10) 4 5
Reichweite (10) 3 3
Fahrverhalten/Lenkung (30) 24 22
Federabstimmung (30) 21 24
Geradeauslauf (10) 9 9
Wendekreis (10) 5 8
Summe (180) 144 140
Umwelt / Kosten
  Alfa Romeo MiTo Citroën DS3 VTi120
Anschaffungspreis (80) 27 27
Verbrauch/Emissionen (60) 31 38
Steuer/Versicherung (50) 36 42
Reperatur/Wartung (40) 27 27
Werteverlust (20) 10 11
Leergewicht (20) 16 16
Serienausstattung/Aufpreis (10) 2 10
Service-Netz (10) 2 4
Garantieumfang (20) 6 6
Summe (310) 157 181
Gesamtergebnis
  Alfa Romeo MiTo Citroën DS3 VTi120
Karosserie / Innenraum (250) 123 134
Sicherheit / Bedienung (260) 161 151
Antrieb / Fahrwerk (180) 144 140
Umwelt / Kosten (310) 157 181
Gesamtergebnis (1000) 585 606

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