Vergleichstest: Audi A6 2.0 TDI vs. Mercedes E 220 CDI
Masse nach Maß
Audi A6 2.0 TDI vs. Mercedes E 220 CDI
Durch das optionale Xenon-Licht entfallen bei beiden Limousinen die Nebelscheinwerfer in der Frontschürze.
Audi A6 2.0 TDI vs. Mercedes E 220 CDI
Das, im Vergleich zur E-Klasse, flacher abfallende A6-Dach schränkt die Kopffreiheit auf der Rückbank ein.
Audi A6 2.0 TDI
Mit seiner Außenlänge von 4,92 Metern überragt der Audi A6 die Mercedes E-Klasse um fünf Zentimeter.
Audi A6 2.0 TDI
Das Navigationsdisplay ist nicht nur hochauflösend, es lässt sich bei Nichtgebrauch auch elegant versenken.
Audi A6 2.0 TDI
Durch die deutlich auf zwei Personen zugeschnittene Rückbank fällt der mittlere Sitz eher unkomfortabel aus.
Audi A6 2.0 TDI
Der 2,0-l-Diesel leistet in seiner aktuellen Ausbaustufe 177 PS und besticht mit einer sonoren Klangkulisse.
Audi A6 2.0 TDI
Wer das Häkchen an der richtigen Stelle der Preisliste vergisst, muss auf einen variablen Laderaum verzichten.
Mercedes E 220 CDI
Obwohl der Mercedes einen – um vier Zentimeter – kürzeren Radstand hat, ist er der bequemere Fünfsitzer.
Mercedes E 220 CDI
Im direkten Vergleich zum A6 wirken die Materialien und deren Verarbeitung im E-Klasse-Cockpit einfacher.
Mercedes E 220 CDI
Trotz der voluminösen Multikontur-Vordersitze (1523 Euro) bleibt auf der Rücksitzbank mehr als genug Platz.
Ob Propeller, vier Ringe oder ein Stern, mehr als 95 Prozent aller Fahrzeuge der gehobenen Mittelklasse tragen eines dieser Logos am oder auf dem Kühlergrill – so sieht Massenfertigung nach Maß aus. Die Konkurrenten von Lexus, Jaguar oder Volvo haben (zumindest hierzulande) kaum eine Chance.
Seit März 2009 markiert die aktuelle E-Klasse das Stuttgarter Revier in der automobilen Business-Klasse. Erst zwei Jahre später erfolgte die Markteinführung des aktuellen A6 von Audi. Doch nutzt dem Ingolstädter die spätere Entwicklungszeit im direkten Vergleich?
Zu unserem Test sind die Selbstzünder mit rund 175 PS und jeder Menge Drehmoment angetreten.
Karosserie und Innenraum
Hier wie dort gibt es Platz in Hülle und Fülle. Der Größenvorteil des Audi, fünf Zentimeter länger, zwei breiter und vier Zentimeter mehr Radstand, spielt im Vergleich des Platzangebots so gut wie keine Rolle. Eher im Gegenteil, denn der Mercedes bietet nicht nur den größeren Kofferraum (zehn Liter mehr), sondern lässt sich – dank der weniger stark ausgeformten Einzelsitze auf der Rückbank – auch besser als Fünfsitzer nutzen. Nur in der ersten Reihe profitiert der A6 von der größeren Innenbreite. Hier lassen rund drei Zentimeter mehr nahezu Oberklasse-Feeling aufkommen. Auch bei der Materialwahl und Verarbeitung hängt der Bayer den Schwaben ab. Dabei scheint schon die E-Klasse volle Punktzahl zu verdienen, bis man in den Audi steigt und feststellt: Es geht doch noch einen Tick edler und präziser.
Bei der Übersichtlichkeit der Karosserien stellt sich ein Unentschieden ein: Während im Audi die flach abfallende Heckscheibe den richtigen Überblick vereitelt, stört bei der E-Klasse die massive C-Säule die Sicht.
Die Variabilität der Basisvarianten krankt an der Aufpreispflicht für umklappbare Rücksitzlehnen (Audi: 310, Mercedes: 517 Euro). Wer öfter einen Trailer ziehen möchte, wird zur heckgetriebenen E-Klasse neigen – sie bietet mit 1,9 Tonnen 300 Kilo mehr Anhängelast als der Audi.
Sicherheit und Bedienung
Die Bedienung geht in beiden Limousinen leicht von der Hand. Kleine Vorteile verschafft sich der A6 aufgrund der höher platzierten Klima-Regler und durch das schneller zu steuernde Navigationssystem. Auch wenn sich die zusätzliche Bedienung über das Touchpad erst nach einiger Gewöhnung erschließt, so können die Eingabezeiten bei trainierten Nutzern verkürzt werden. Ungeübte werden sich dagegen an dem extremen Blickwinkel stören, der vonnöten ist, um die Eingabe mit dem Auge zu verfolgen.
Beim Thema der passiven Sicherheit hat dagegen der Mercedes die Sternen-Nase vorn, nicht zuletzt wegen des zusätzlichen Airbags für das Fahrer-Knie. Zusätzliche Seitenairbags für die Fondpassagiere kosten sowohl bei Audi (360 Euro), als auch bei den Stuttgartern (452 Euro) extra. In puncto Assistenzsysteme herrscht Gleichstand: Ob aktiver Abstandsregler mit Notbrems-System, Überwachung des toten Winkels oder der Einhaltung der Fahrspur – gegen die entsprechende Bezahlung ist nahezu alles möglich. Sogar mit Nachtsichtgeräten lassen sich diese Limousinen der gehobenen Mittelklasse ausstatten.
Eine aktive Verkehrszeichenerkennung gibt es dagegen nur für den A6, dafür entschädigt die E-Klasse mit der Option auf einen Müdigkeitssensor.
Antrieb und Fahrwerk
Die Abstimmung der Fahrwerke ist den Ingenieuren sehr markengerecht gelungen. Hier der sanfte und sich stärker zur Seite neigende Stuttgarter, dort der sportlichere Herr der Ringe. Allerdings leidet der A6 an seiner etwas digital reagierenden Lenkung, die häufiger Korrekturen erfordert. In der E-Klasse erfolgt der Richtungswechsel nicht nur präziser, er ist auch frei von jeglichen Antriebseinflüssen. Außerdem punktet der Schwabe mit einem, um knapp 70 Zentimeter, kleineren Wendekreis.
Seinen Hubraumvorteil von rund 200 Kubik kann der E 220 CDI nicht in der nominellen Leistung umsetzen. Dafür bietet er mit seinem Drehmoment-Plus von 20 Newtonmetern (400 Nm ab 1400 U/min zu 380 Nm ab 1750 U/min) mehr Durchzug aus dem Drehzahlkeller. Jedoch lässt sich die Verwandtschaft der Geräuschkulisse zu seinen alten Taxi-Kollegen erahnen. Ganz anders der Audi: Er benötigt zwar höhere Touren, klingt dabei aber deutlich sonorer, ja nahezu sportlich.
Umwelt und Kosten
Im Umweltkapitel kann sich der A6 – mithilfe seines gezügelten Trinkverhaltens – nur leicht absetzen. Während sich der Audi mit 6,8 Litern begnügte, schlürfte der E 220 CDI alle 100 Kilometer 0,2 Liter mehr aus dem Tank. Dennoch sind auch sieben Liter im Testschnitt aller Ehren wert, schließlich bringen die beiden Luxus-Liner jeweils rund 1,7 Tonnen Leergewicht auf die Waage. Sein Übergewicht von knapp 90 Kilo gegenüber dem A6, macht die E-Klasse durch die etwas bessere Aerodynamik wett. Wobei auch der cw-Wert des Audi (0,26) absolut gesehen sehr gut, doch das Bessere ist des Guten Feind: Der Mercedes stellt dem Fahrtwind nur einen Widerstandsbeiwert von 0,25 entgegen. Ungleich deutlicher fallen die Unterschiede beim Vergleich der Kosten aus. Der Ingolstädter ist nicht nur deutlich günstiger in der Anschaffung, auch im Unterhalt verweist er den Schwaben auf den zweiten Platz. So müssen Mercedes-Eigner bei einer jährlichen Laufleistung von 15.000 Kilometern mit Gesamtkosten von 16.360 Euro rechnen, während der A6 auf deutlich schlankere 15.022 Euro kommt.
Fazit
Der neue Audi A6 ist der E-Klasse von Mercedes mehr als ebenbürtig und entscheidet dieses Duell, wenn auch knapp, für sich. Respekt verdienen jedoch beide, vereinen sie doch puren Luxus mit hoher Effizienz.
1. Platz: Audi A6 2.0 TDI
Audi hat mit dem A6 ein wahres Allround-Talent im Angebot: Er ist nicht unkomfortabel, fährt sich sportlich, bietet Platz im Übermaß und geizt zudem mit Sprit. Im Vergleich ist er sogar relativ preiswert.
Plus: enormes Platzangebot, kultivierter und sparsamer Diesel, außergewöhnliche Verarbeitung, agiles Fahrverhalten, hoher Bedienkomfort, gute Sitze
Minus: nach hinten unübersichtlich, beengter Fond-Zustieg, magere Serienausstattung
2. Platz: Mercedes E220 CDI
Die fast drei Jahre alte E-Klasse schlägt sich beachtlich gegen den ambitionierten Newcomer. Den hohen Grundpreis rechtfertigt die etwas bessere Serienausstattung jedoch nur zum Teil.
Plus: sehr gutes Raumangebot, kräftiger Diesel, hohes Sicherheitsniveau, komfortables Fahrwerk, präzise Lenkung
Minus: ausgeprägte Seitenneigung, relativ hohe Unterhaltskosten, selbstbewusste Preisgestaltung
Technische Daten
| Audi A6 2.0 TDI | Mercedes E 220 CDI | ||
| Hubraum | cm³ | 1968 | 2143 |
| Zylinder/Schadstoffklasse | 4/Euro 5 | 4/Euro 5 | |
| Leistung | kW (PS) | 130 (177) | 125 (170) |
| bei Motordrehzahl | min-1 | 4-türig | 3000 |
| Max. Drehmoment | Nm | 380 | 400 |
| bei Drehzahl | min-1 | 1750 | 1400 |
| Kohlendioxid-Ausstoß | g/km | 130 | |
| Audi A6 2.0 TDI | Mercedes E 220 CDI | ||
| Max. Geschwindigkeit | km/h | 228 | 228 |
| 0 bis 100 km/h | sek | 8,7 | 8,7 |
| Audi A6 2.0 TDI | Mercedes E 220 CDI | ||
| Karosserie | 4-türig | 4-türig | |
| Kofferraumvolumen | l | 530 | 540 |
| Reifendimension | 225/60 R16 | 205/60 R16 | |
| Fahrzeuglänge | mm | 4915 | 4868 |
| Fahrzeugbreite | mm | 1874 | 1854 |
| Fahrzeughöhe | mm | 1455 | 1471 |
| Radstand | mm | 2912 | 2874 |
| Spurweite vorne | mm | 1627 | 1598 |
| Spurweite hinten | mm | 1618 | 1614 |
| Leergewicht | kg | 1650 | 1735 |
| Zuladung | kg | 505 | 535 |
| Anhängerlast ung. | kg | 750 | 750 |
| Anhängerlast gebr. | kg | 1600 | 1900 |
| Dachlast | kg | 100 | 100 |
| Stützlast | kg | 85 | 84 |
| Audi A6 2.0 TDI | Mercedes E 220 CDI | ||
| Verbrauch EG-Mix | l/100 km | 4,9 D | 5,0 D |
| ACE-Testverbrauch | l/100 km | 6,8 D | 7,0 D |
| Tankinhalt | l | 65 | 59 |
| Reichweite | km | 1326 | 1180 |
| Audi A6 2.0 TDI | Mercedes E 220 CDI | ||
| Preis ab Werk | Euro | 38.500 | 42.691 |
| Kfz-Steuer | Euro/Jahr | 208 | 229 |
| Vers.-Klasse KH | 18 | 18 | |
| Vers.-Klasse TK | 26 | 27 | |
| Vers.-Klasse VK | 24 | 25 | |
| Haftpflichtvers. | Euro/Jahr | 1336 | 1336 |
| Vollkaskovers. | Euro/Jahr | 1705 | 1871 |
| Variable Kosten* | Cent/km | 26,0 | 26,5 |
| Feste Kosten** | Euro/Jahr | 11.130 | 12.387 |
| Feste Kosten** | Cent/km | 74,2 | 82,6 |
| Gesamtkosten | Euro/Jahr | 15.022 | 16.360 |
| Gesamtkosten*** | Cent/km | 100,2 | 109,07 |
| Kosten bei 15.000 km/Jahr, 60 Monate Nutzungsdauer, berechnet von DEKRA. * für Kraftstoff, Reifen, Reperatur, Wartung und Pflege. ** für Verzinsung, Werteverlust, Kfz-Steuer, Versicherung und Unterstellungskosten. *** Variable plus feste Kosten. |
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Warum werden Verbrauch, Emissionen und Spritsparmaßnahmen getrennt gewertet?
Es gibt einen linearen Zusammenhang (unterschiedlich für Diesel und Benziner) zwischen Verbrauch und CO2. Weitere Emissionen sind in den Euro-Stufen subsummiert. Spritsparmaßnahmen sind kein Selbstzweck ... ist mir also nicht klar, was die Differenzierung soll - könnte das bitte erläutert werden?