Dauertest: Renault Mégane 1,5 dCi 110 FAP eco
Le Compagnon
Renault Mégane 1.5 dCi eco
Die coupehafte Seitenlinie begeistert die Käuferschaft deutlich mehr als das avantgardistische Design des Vorgängers.
Renault Mégane 1.5 dCi eco
Das Cockpit ist übersichtlich, Tasten und Schalter sind ergonomisch sinnvoll angebracht.
Renault Mégane 1.5 dCi eco
Fondpassagiere, die etwas zu groß gewachsen sind, klagen über zu geringe Kopffreiheit. Alle anderen sitzen bequem in der zweiten Reihe.
Renault Mégane 1.5 dCi eco
Groß gewachsene Mitfahrer vermissen im Fond ausreichend Kopffreiheit und haben keinen idealen Ausblick aus dem Seitenfenster.
Renault Mégane 1.5 dCi eco
Die Taste für den Tempomaten und -begrenzer ist neben dem Handbremshebel etwas deplatziert.
Renault Mégane 1.5 dCi eco
Die Easy-entry-Funktion hat sich im Dauereinsatz bewährt. Der elektronische Schlüssel kann in der Hosentasche bleiben. Zugang ins Auto und Start des Motors erfolgen per Funkcode.
Als markanter Typ bleibt der Vorgänger im Gedächtnis. Unkonventionell sein Auftritt, unvergessen sein schräges Hinterteil: das steil abfallende Heckfenster und der Blechbürzel darunter. Doch der Wagemut der Designer endete in der Mutlosigkeit der Käufer. Kurzum: Die Absatzzahlen schlitterten in den Keller. Der aktuelle Renault Mégane rollt nun seit Ende 2008 stilistisch weitaus dezenter daher, dafür ist bei den Händlern wieder mehr Leben in den Showrooms. Auffallen um jeden Preis, das war gestern. Ganz unaufdringlich reihte sich das Kompaktmodell in den Fuhrpark unserer Redaktion ein, und zwar im positiven Sinne: keine Pannen, keine Aussetzer, keine Extravaganzen. Die Inspektion nach 30.000 Kilometern war der einzige Werkstattbesuch.
Mit diesem diskreten Charme eroberte sich der kompakte Franzose in zwölf Monaten und auf zurückgelegten 50.000 Kilometern viele Sympathien. Weder die Tiefkühltemperaturen in den Alpen noch die extreme Hitzeperiode in der französischen Provinz Aquitanien, wo die Luft über den Straßen zu flimmern begann, ließen an der unermüdlichen Fahrbereitschaft des Monsieur Mégane auch nur geringste Zweifel aufkommen.
Mit den Michelin-Primacy-Alpin-Winterreifen waren teilweise vereiste oder tief verschneite Alpenpässe mit gutem Gefühl zu überqueren. Auf Schnee lässt sich der Renault gutmütig chauffieren, nur etwas mehr Feedback über die sehr leichtgängige Lenkung wäre wünschenswert. Das Fahrwerk ist hingegen von der strafferen Sorte, gar nicht im französischen Stil. Und eine zügige Fahrt über Querfugen quittiert die Hinterachse sogar mit seitlichem Versetzen.
Ganz besonders hervorzuheben ist der sparsame 1,5-l-Dieselmotor mit 106 PS. Klar, das Triebwerk drückt beim Beschleunigen niemand in die Sitze. Trotzdem harmonieren Motor und Getriebe passabel, die 240 Newtonmeter, die der Common-Rail-Diesel aufbietet, lässt die 1,3 Tonnen schwere Karosserie schon ziemlich zügig vom Fleck kommen. Und das sparsame Motörchen motivierte die Testfahrer zu einem grünen Wettbewerb: Wer fährt mit einer Tankfüllung die größte Reichweite?
Siegerlorbeer gebührt unserem Automann Jan Schmidt, der auf fast 1100 Kilometern einen Schnitt von 4,97 Litern herausfuhr. Und der Autor dieser Zeilen setzte während einer Fahrt von Stuttgart zum Münchner Flughafen laut Bordcomputer nur 4,8 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer Fahrstrecke ein – allerdings außer Konkurrenz, da nicht real nachgemessen worden ist. Wobei an dieser Stelle anzumerken sei, dass der Bordcomputer ein ziemlich ehrlicher Kerl ist. Seine Angaben lagen häufig über den von uns real errechneten Werten.
Auf der gesamten Fahrdistanz verbrauchte der Dauerläufer im Schnitt 6,09 Liter Kraftstoff auf die 50.000-km-Distanz. Dafür gibt es von der Redaktion klar die Note "Eins". Wozu anzumerken ist: Andere Méganefahrer machten mit anderen Motorvarianten andere Erfahrungen (siehe das Leserurteil). Als Golfjäger ist der Franzose dicht an das Referenzmodell herangerückt.
Karosserie und Innenausstattung hinterlassen auch nach einem Jahr intensiver Beanspruchung einen soliden und gut verarbeiteten Eindruck. Als nachhaltig nervend entpuppten sich Vibrationsgeräusche, die von der Dachkonsole (Innenraumbeleuchung) stammten und erstmalig bei Kilometerstand 27.000 auftraten. Nach der harten Winterperiode und rund sieben Monaten im Test knarrte beim Betätigen des elektrischen Fensterhebers die Seitenscheibe an der Fahrertür unangenehm und lautstark. Unschön fiel nach einem Jahr der Zustand des Schalthebels auf. Die Chromimitation oben auf dem Schaltknauf verfärbte sich ins Gelbliche, vermutlich reagierte der Kunststoff auf Schweiß oder Säurewerte der Fahrerhände.
Doch mit solchen Verschleißerscheinungen kann vermutlich auch eine überkritische Fahrerseele leben. Vor allem, wenn sie diese kleinen Defizite den Vorzügen des Renault Mégane gegenübergestellt. Der Franzose war ein hoch geschätzter Reisebegleiter auf Langstreckenfahrten. Das lag an den bequemen Sitzen für Fahrer und Beifahrer, die auch nach mehrstündigen Touren den Rücken nicht strapazierten. Obwohl bei jedem Tester der erste Eintrag ins Bordbuch Gegenteiliges erahnen ließ: die Lenkung zu leichtgängig, das Fahrwerk eine Spur zu schwammig, die Sitze weich und als Fahrer sitzt man etwas zu hoch – doch nach ein paar tausend Testkilometern wandelte sich die zögerliche Kritik in positive Schwärmerei.
Groß gewachsene Mitreisende, die in der zweiten Sitzreihe Platz nehmen mussten, murrten gelegentlich auf den Rücksitzen: Zum Einstieg ist eine Buckelposition angesagt, es fehlt an Kopffreiheit beim Sitzen und mancher Fondpassagier vermisste beim Blick aus dem flachen Seitenfenster den idealen Durchblick. Die Coupé-ähnliche Linienführung hat ihren Preis. Plus-
punkte sammelt der Mégane im Gepäckabteil. Das gehört mit 405 Litern zu den großen dieser Klasse und übertrifft sogar den Golf.
Aufgeräumt wirkt das Cockpit, alle Funktionen sind wohldurchdacht angeordnet und intuitiv zu bedienen. Einzige Ausnahme: Der Wippschalter, der den Tempomaten aktiviert, befindet sich unterhalb der Mittelarmlehne. Dort vermutet ihn keiner, jeder Testfahrer monierte das Suchspiel. Da das gewünschte Fahrtempo aber nicht nur einzustellen, sondern auch zu speichern ist, lässt sich der Gaspedalfuß auf langen Autobahnfahrten gelegentlich wirkungsvoll entlasten. Mit wechselweise aktivieren und deaktivieren sind weite Fahrpassagen ohne direkten Kontakt zum Gaspedal zu verwirklichen.
Bewährt hat sich auch der Tempobegrenzer, der mit gegenläufigem Tastendruck seine Arbeit aufnimmt. Mit ihm lässt sich eine maximale Geschwindigkeit einprogrammieren – ideal bei Stadtfahrten und in Tempo-30-Zonen.
Einen weiteren Bonuspunkt heimste sich die Klimatisierung ein, die den Insassen bei Minusgraden ungewöhnlich schnell für einen Dieseldirekteinspritzer eine behagliche Raumtemperatur schenkt. Ein Eintrag im Bordbuch hob im Hochsommer die Kühlleistung groß heraus: "Bei fast vierzig Grad Celsius im Schatten begannen die Asphaltfugen zu schmelzen, aber die Aircondition des Mégane funktioniert. Nun will niemand mehr aussteigen." Auch wenn sich der Innenraum nach Standzeiten höllisch aufgeheizt hatte, schaffte es die Kühlung innerhalb kurzer Zeit, den Passagierraum herunterzukühlen. Störend indessen waren die äußeren Luftaustrittsdüsen, die die Kaltluft immer am linken Arm des Fahrers herausbliesen und nach langen Touren zu einem ausgekühlten linken Arm führten.
Unser Testwagen hatte die Dynamique-Ausstattung (Aufpreis: 900 Euro) und das Comfort-Paket (790 Euro). Vieles geht leicht (easy) beim Mégane: easy entry und easy start sorgen dafür, dass der Fahrer seinen Schlüssel getrost in der Tasche lassen kann. Die Türen ent- und verriegeln automatisch, nach einem Fingerdruck auf den Startknopf springt der Motor an. Auch der konventionelle Tankdeckel entfällt – nach dem Entriegeln der Tankklappe ist schnelles Zapfen möglich. Viel zu easy war für den Geschmack der Tester die Lenkung: Das Drehen am Lenkrad erfolgt fast ohne Widerstand. Gut fürs Rangieren, aber auf Autobahnen wünscht sich der Fahrer mehr Rückmeldung.
Der Renault Mégane im Leserurteil
"Auf Augenhöhe mit Golf & Co", sagen unsere Leser. mehr lesen
Das sagt Renault u.a. zu ...
... dem hohen Verbrauch des 1.4-l-Turbomotors (130 PS). mehr lesen
Technische Daten
| Renault Mégane 1.5 dCi 110 FAP eco | ||
| Hubraum | cm³ | 1461 |
| Zylinder/Schadstoffklasse | 4/Euro 5 | |
| Leistung | kW (PS) | 78 (106) |
| bei Motordrehzahl | min-1 | 240 |
| Max. Drehmoment | Nm | 1750 |
| bei Drehzahl | min-1 | 190 |
| Kohlendioxid-Ausstoß | g/km | 114 |
| Renault Mégane 1.5 dCi 110 FAP eco | ||
| Max. Geschwindigkeit | km/h | 190 |
| 0 bis 100 km/h | sek | 10,5 |
| Renault Mégane 1.5 dCi 110 FAP eco | ||
| Karosserie | 5-türig | |
| Kofferraumvolumen | l | 405-1162 |
| Reifendimension | 195/65 R 15 | |
| Fahrzeuglänge | mm | 4295 |
| Fahrzeugbreite | mm | 1808 |
| Fahrzeughöhe | mm | 1471 |
| Radstand | mm | 2641 |
| Spurweite vorne | mm | 1546 |
| Spurweite hinten | mm | 1547 |
| Leergewicht | kg | 1290 |
| Zuladung | kg | 489 |
| Anhängerlast ung. | kg | 645 |
| Anhängerlast gebr. | kg | 1300 |
| Dachlast | kg | 80 |
| Stützlast | kg | 75 |
| Renault Mégane 1.5 dCi 110 FAP eco | ||
| Verbrauch EG-Mix | l/100 km | 4,4 D |
| Tankinhalt | l | 60 |
| Reichweite | km | 1363 |
| ACE-Testverbr. Minimal | l/100 km | 5,0 D |
| ACE-Testverbr. Maximal | l/100 km | 7,6 D |
| ACE-Testverbr. Schnitt | l/100 km | 6,1 D |
| ACE-Verbr. Referenzstrecke | l/100 km | 5,1 D |
| Renault Mégane 1.5 dCi 110 FAP eco | ||
| Kfz-Steuer | Euro/Jahr | 143 |
| Vers.-Klasse KH | 16 | |
| Vers.-Klasse TK | 20 | |
| Vers.-Klasse VK | 19 | |
| Haftpflichtvers. | Euro/Jahr | 1223 |
| Vollkaskovers. | Euro/Jahr | 1191 |
| Variable Kosten* | Cent/km | 18,7 |
| Feste Kosten** | Euro/Jahr | 7645 |
| Feste Kosten** | Cent/km | 50,97 |
| Gesamtkosten | Euro/Jahr | 10.456 |
| Gesamtkosten*** | Cent/km | 69,71 |
| Basispreis | Euro | 20.450 |
| Testwagenpreis | Euro | 23.130 |
| Schätzpreis | Euro | 14.350 (48.899 km) |
| Kosten bei 15.000 km/Jahr, 60 Monate Nutzungsdauer, berechnet von DEKRA. * für Kraftstoff, Reifen, Reperatur, Wartung und Pflege. ** für Verzinsung, Werteverlust, Kfz-Steuer, Versicherung und Unterstellungskosten. *** Variable plus feste Kosten. |






Ich fahre die 1.6 Einstiegsmaschine und der Verbrauch liegt bei 7,8l Super/100km. Der Boardcomputer zeigt generell viel zu wenig an, bei mir 6,8l und die Verbrauchsanzeige geht erst ab Geschwindigkeiten über 30km/h.
ICh ahtte einen Golf 1,4TSI als Mietwagen. Der war viel hochwertiger verarbeitet und verbrauchte bei flotterer Fahrweise nur 6,8l/100km (selbst errechnet, kein Boardcomputerschöhnrechenwert).
Ein Megane macht nur Sinn, wenn man ihn viel günstiger als den Listenpreis bekommt. Der Wertverlust ist enorm und die Werkstattkosten viel zu hoch.
Heutzutage gibt es Sounddesigner, die sich um den Klang der Türen und anderen kümmern aber keinen Ingenieur der sich um Wartungsfreundlichkeit bemüht. So muss man min.4 Stunden für einen Zahnriemenwechsel bezahlen, die Scheinwerfer und Rückleuchten ausbauen um eine Lampe zu wechseln oder das Handschufach ausbauen um den Inneraumfilter zu wechseln.
Bei einem Scheinwerfer hat die Werkstatt schon eine Halterung beschädigt leider hab ich es zu spät gesehen und son Scheinwerfer ist nicht gerade günstig.