Vergleichstest: Ford C-Max 2.0 TDCI vs. Mercedes B 200 CDI
Feuer und Eis
Ford C-Max und Mercedes B-Klasse
Mit knapp 1,63 Metern überragt der Ford C-Max die neue B-Klasse von Mercedes um sieben Zentimeter
Ford C-Max und Mercedes B-Klasse
Beide Kompakt-Vans angenehm tiefe Ladekanten, ihre Karosserien sind nach hinten jedoch wenig übersichtlich
Ford C-Max
Vor allem die im unteren Cockpit-Bereich verwendeten Materialien sind nicht besonders kratzfest
Ford C-Max
Dank der praktischen Dachkonsole sind Reisedokumente und Sonnenbrille sicher verstaut und schnell zur Hand
Ford C-Max
Bei jedem C-Max verbaut Ford serienmäßig ein MP3-fähiges CD-Radio mit Lenkrad-Fernbedienung
Ford C-Max
Der Ford-Fond ist sehr geräumig. Die Tischchen an den Vordersitzen gibt es nur für die Titanium-Ausstattung
Ford C-Max
Das zentrale Bedienelement für das Infotainment-System verlangt vom C-Max-Fahrer etwas Eingewöhnungszeit
Ford C-Max
Die drei Rücksitze des C-Max lassen sich serienmäßig und separat zusammenfalten und sogar ausbauen
Ford C-Max
Die Silhouette des Ford C-Max orientiert sich stärker am Vorbild klassischer Vans, als die der B-Klasse
Mercedes B-Klasse
Die Radio-Antenne und das GPS-Modul sind elegant-unauffällig in den Kunststoff-Dachspoiler integriert
Mercedes B-Klasse
Im Mercedes-Innenraum geht es edel und sehr funktional zu. Die Klima-Regelung ist jedoch etwas tief platziert
Mercedes B-Klasse
Die Verkehrszeichen-Erkennung der B-Klasse funktioniert – bis auf seltene Ausnahmen – ausgesprochen gut
Mercedes B-Klasse
Der Dreh-Drücksteller auf der Mittelkonsole ist Teil der Serienausstattung und lässt sich sehr intuitiv bedienen
Mercedes B-Klasse
Durch den großen Kardantunnel und den schmalen Mittelsitz ist die Rückbank kaum für drei Passagiere geeignet
Das Platzangebot eines Mittelklasse-Kombis gepaart mit den Abmessungen eines Kompaktwagens – durch diese Vorzüge hat sich das Segment der kleinen Vans zu einem regelrechten Wachstumsmarkt entwickelt. Während andere Premium-Hersteller in dieser Fahrzeug-Klasse bislang noch nicht vertreten sind, schickt Mercedes nun schon die zweite Generation der B-Klasse ins Rennen. Ebenso bereits in der zweiten Auflage auf dem Markt ist der C-Max von Ford. Während unseres Vergleichs mussten sich die beiden Vans bei Temperaturen zwischen plus 20 und minus zehn Grad beweisen. Doch auch die Einsatzgebiete konnten unterschiedlicher kaum sein: vom hitzigen Stadtverkehr ging es über verregnete Landstraßen und Autobahnen bis hinauf auf vereiste Alpenpässe. Wie sich der aktuelle und mittlerweile seit knapp anderthalb Jahren angebotene C-Max gegen den taufrischen Premium-Herausforderer aus Stuttgart schlägt, zeigt unser Test.
Mit der neuen Generation der A- und B-Klasse verabschiedet sich Mercedes vom doppelbodigen Sandwichaufbau. In der Höhe um vier Zentimeter gekappt, ist der kleine Benz um neun Zentimeter länger geworden. Dadurch kauert die B-Klasse zwar noch längst nicht auf dem Asphalt, doch die erhöhte Sitzposition und deren Vorteile bei Zustieg und Übersicht sind passé. Dafür ist die Karosserie nun deutlich dynamischer gezeichnet und dürfte nun auch eine jüngere Klientel als bislang ansprechen. Nahezu klassische Van-Proportionen zeigt dagegen der C-Max, dessen Marketingstrategie vor allem auf junge Familien abzielt. Mit 1,63 Metern überragt er die B-Klasse um sieben Zentimeter in der Höhe. Auch wenn dadurch die Seitenwindempfindlichkeit etwas zunimmt, so entschädigen doch der bequemere Einstieg, die bessere Übersicht und der großzügige Laderaum im Transport-Modus. Beiden gemeinsam sind die angenehm niedrigen Ladekanten von kaum mehr als 60 Zentimetern.
Wer den kleinen Schwaben ohne Laderaumpaket (für knapp 80 Euro) bestellt, muss bei umgeklappten Rücksitzlehnen mit einer erheblichen Stufe im Ladeboden rechnen. Besser zieht sich hier der C-Max aus der Affäre: Seine Rücksitze lassen sich serienmäßig und separat zusammenfalten oder sogar ausbauen. Neben der besseren Variabilität bieten die drei Einzelsitze auch den höheren Komfort. Zwar ist es den Mercedes-Ingenieuren durch die tief montierte Rückbank gelungen, die Kopffreiheit – trotz der flachen Dachpartie – sicherzustellen. Doch die Fond-Polster bieten den Oberschenkeln zu wenig Auflagefläche. Auf dem mittleren Platz verschärft sich das Problem durch die Ausformung der Rückbank. Erschwerend kommt der wuchtige Kardantunnel hinzu. In der ersten Benz-Reihe ist dagegen eitel Sonnenschein angesagt. Der kleine Schwabe zeigt im Vergleich eindrucksvoll den Unterschied zwischen gutem Standard und Premiumanspruch. Hochwertige Kunststoffe fügen sich fast nahtlos zu einer ansprechenden Armaturen-Landschaft zusammen. Im C-Max geht es dagegen etwas rustikaler zu: Die verwendeten Materialien zeigen sich wenig kratzfest und sehr empfindlich gegenüber Abrieb. Doch auch die Gleichmäßigkeit der Spaltmaße lässt einiges zu wünschen offen.
Die Bedienung der elementaren Auto-Funktionen gelingt sowohl in der B-Klasse als auch beim Kölner auf Anhieb. Dagegen verlangt das Infotainmentsystem im Ford einige Übung, bis die gewünschten Einstellungen problemlos umgesetzt werden können. Deutlich intuitiver gelingt die Bedienung des Comand-Systems über den Dreh/Drück-Steller. Jedoch ist dieser auf der Mittelkonsole so platziert, dass – zumindest bei Rangiermanövern – eine ungewollte Betätigung oft nicht ausbleibt.
Warum Ford für den C-Max nicht die Vielzahl an Assistenzsystemen wie im Focus anbietet, bleibt ein Kölner Geheimnis – schließlich stellt der Focus die technische Basis für den C-Max. Den aktuellen Stand der Sicherheitstechnik stellt dagegen die B-Klasse dar: Vom Kollisions- (Serie), Abstands- (Option) und Müdigkeitswarner (Serie) über eine nahezu fehlerfrei arbeitende Verkehrszeichenerkennung (Option) bis hin zur Überwachung des toten Winkels inklusive Spurhalteassistenten (Option) ist hier fast alles versammelt, was das Autofahren einfacher und sicherer machen soll. Auch bei der Anzahl der Airbags geht die B-Klasse in Führung. Zusätzlich zum üblichen Standard spendieren die Schwaben dem Fahrerplatz einen Luftsack zum Schutz der Knie. Die seitlichen Kopfairbags sind dagegen nur für die Frontpassagiere dimensioniert und reichen nicht, wie im C-Max, bis in die zweite Sitzreihe.
Einheitlich hohe Sicherheitsreserven bieten die Fahrwerksabstimmungen beider Kompaktvans. Selbst auf schneebedeckten Serpentinen folgen die Großraumlimousinen stur dem eingeschlagenen Kurs. Selbst wenn die Geschwindigkeit am Kurveneingang etwas zu hoch ist, schieben beide nur wenig über die Vorderräder und werden von den feinfühlig regelnden Stabilitätsprogrammen effektiv eingebremst. Doch während die Test-B-Klasse mit dem rund 1500 Euro teuren Sport-Paket samt Direktlenkung mit variabler Übersetzung und Sportfahrwerk ausgestattet ist, erreicht der C-Max die gezeigte Agilität im Serien-Trimm. Ein Vorteil, der sich vor allem beim Fahrkomfort bemerkbar macht. Federt die B-Klasse – nicht nur für einen Sternenträger – ungewöhnlich straff ab, so zeigt sich das C-Max-Fahrwerk deutlich ausgewogener. Die gleichen Unterschiede ergeben sich auch bei der Beurteilung der beiden Lenksysteme – jedoch mit umgekehrten Vorzeichen. Das Ford-Volant arbeitet etwas zu leichtgängig, zu direkt und in der Mittellage fast schon nervös, während die Direktlenkung im Mercedes einen überaus angenehmen Kompro-miss bietet.
Analog zum zwei Zentimeter großen Längenvorteil darf der Selbstzünder im C-Max aus 200 Kubik mehr schöpfen. Der 1,8-l-Diesel des B 200 CDI hat sowohl bei der Leistung (4 PS) als auch beim Drehmoment (20 Nm) das Nachsehen. Dafür verwöhnt das komplett neu entwickelte Mercedes-Triebwerk mit der niedrigeren Geräuschkulisse und der besseren Laufkultur.
Letztlich offenbart sich der motorische Fortschritt jedoch an der Zapfsäule. Trotz der weit über den EU-Mix-Angaben liegenden Verbrauchswerte lässt sich die B-Klasse mit rund einem halben Liter weniger auf 100 Kilometern bewegen als der C-Max.
Im Kostenkapitel hat der Sternenträger dagegen das Nachsehen. Neben dem höheren Basispreis schlägt hier vor allem die schlechtere Versicherungseinstufung zu Buche.
Fazit
Trotz der weniger ausgeprägten Variabilität kann die B-Klasse das Van-Duell gegen den Ford C-Max für sich entscheiden. Jedoch sind die Unterschiede zwischen Premium- und Standardware geringer als es der deutliche Premiumaufschlag vermuten lässt.
1. Platz: Mercedes B 200
Mit dem neuen Erscheinungsbild hat die B-Klasse einen Teil ihrer Variabilität und die hohe Sitzposition eingebüßt. Dafür begeistert sie nun mit edlem Cockpit, hoher Agilität und Sparsamkeit.
2. Platz: Ford C-Max
Obwohl der C-Max mehr Platz bietet, das Fahrwerk etwas harmonischer federt und der 2,0-l-Diesel kräftiger ist, muss er sich dem Schwaben geschlagen geben – trotz des Preisvorteils.
Technische Daten
| Ford C-Max 2.0 TDCI | Mercedes B 200 CDI | ||
| Hubraum | cm³ | 1997 | 1796 |
| Zylinder/Schadstoffklasse | 4/Euro 5 | 4/Euro 5 | |
| Leistung | kW (PS) | 103 (140) | 100 (136) |
| bei Motordrehzahl | min-1 | 3750 | 3600 |
| Max. Drehmoment | Nm | 320 | 300 |
| bei Drehzahl | min-1 | 1750 | 1600 |
| Kohlendioxid-Ausstoß | g/km | 134 | 118 |
| Ford C-Max 2.0 TDCI | Mercedes B 200 CDI | ||
| Max. Geschwindigkeit | km/h | 201 | 210 |
| 0 bis 100 km/h | sek | 9,6 | 9,5 |
| Ford C-Max 2.0 TDCI | Mercedes B 200 CDI | ||
| Karosserie | 5-türig | 5-türig | |
| Kofferraumvolumen | l | 432-1723 | 486-1545 |
| Reifendimension | 215/55 R16 | 205/55 R16 | |
| Fahrzeuglänge | mm | 4380 | 4359 |
| Fahrzeugbreite | mm | 1828 | 1786 |
| Fahrzeughöhe | mm | 1626 | 1557 |
| Radstand | mm | 2648 | 2699 |
| Spurweite vorne | mm | 1559 | 1552 |
| Spurweite hinten | mm | 1569 | 1549 |
| Leergewicht | kg | 1488 | 1475 |
| Zuladung | kg | 562 | 555 |
| Anhängerlast ung. | kg | 740 | 735 |
| Anhängerlast gebr. | kg | 1500 | 1400 |
| Dachlast | kg | 75 | 75 |
| Stützlast | kg | 75 | 75 |
| Ford C-Max 2.0 TDCI | Mercedes B 200 CDI | ||
| Verbrauch EG-Mix | l/100 km | 5,1 D | 4,4 D |
| Tankinhalt | l | 60 | 50 |
| Reichweite | 1176 | 1136 | |
| ACE-Testverbr. Schnitt | l/100 km | 6,8 D | 6,3 D |
| ACE-Testverbr. Minimal | l/100 km | 5,7 D | 5,2 D |
| Ford C-Max 2.0 TDCI | Mercedes B 200 CDI | ||
| Preis ab Werk | Euro | 24.650 | 29.810 |
| Kfz-Steuer | Euro/Jahr | 238 | 187 |
| Vers.-Klasse KH | 14 | 18 | |
| Vers.-Klasse TK | 21 | 21 | |
| Vers.-Klasse VK | 20 | 21 | |
| Haftpflichtvers. | Euro/Jahr | 1040 | 1336 |
| Vollkaskovers. | Euro/Jahr | 1269 | 1361 |
| Variable Kosten* | Cent/km | 23,5 | 23,0 |
| Feste Kosten** | Euro/Jahr | 8007 | 9402 |
| Feste Kosten** | Cent/km | 53,4 | 62,7 |
| Gesamtkosten | Euro/Jahr | 11.526 | 12.852 |
| Gesamtkosten*** | Cent/km | 76,8 | 85,7 |
| Kosten bei 15.000 km/Jahr, 60 Monate Nutzungsdauer, berechnet von DEKRA. * für Kraftstoff, Reifen, Reperatur, Wartung und Pflege. ** für Verzinsung, Werteverlust, Kfz-Steuer, Versicherung und Unterstellungskosten. *** Variable plus feste Kosten. |
Bewertungstabelle: Das ausführliche Testergebnis zum Downloaden.
Bin Besitzer eines C-Max (1600 / 112 PS / Dieses).
Die Kofferraum-Abdeckung ist leider aus einem sehr unangenehmen Material.
Bei diesem "Velour" brechen beim Anfassen die winzigen Fasern in der Haut ab und danach sticht und juckt es unaufhörlich!
Ganz besonders schlimm ist dies, wenn die Kleinkinder auf dem Kindersitz hinten, die Hände auf dieseS "Velour" legen und dann über Stunden auf der Autobahn nur noch "au" schreien.
Eine diesbezügliche Anfrage beim Ford-Händler wurde mit den Worten abgetan : Das Material ist auf Allergien getestet und nicht zu beanstanden.
Die weitere Anfrage beim "Kunden-Service" der Firma FORD ist nach 6 Wochen noch nicht beantwortet - still ruht der See - !
Von Qualität des Materials und des Services leider keine Rede !






Wenn ich bei der Fahrzeugbewertung die Elektronikspielereien herausnehme, ist der C-Max das bessere Auto. Und das, obwohl er schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Über den Un-Sinn diverser Assistenzsysteme lässt sich trefflich streiten, denn betrunkene, übermüdete oder idiotische Autofahrer werden trotzdem ihren Baum finden.