Vorstellung: Smart Fortwo Electric Drive

Elektro-Pionier auf USA-Trip

01.07.2010 12:00

Smart nutzt die Steuervorteile und Förderprämien, die in den USA für Elektroautos geboten werden, und liefert im Herbst 100 Modelle des emissionsfreien Zweisitzers in Amerika aus.


Smart fortwo electric drive

Abgasfrei und ohne Automatik-Kopfnickern (weil ohne Getriebe): Die Elektroversion des Smart

Smart fortwo electric drive

Eigens für den Zweisitzer entwickelt wurde ein iPhone-App, das Ladezustand und Reichweite anzeigt

Smart fortwo electric drive

Die Reichweite beträgt bis zu 135 Kilometer, das iPhone navigiert bei Bedarf zur nächsten Ladestation

Smart fortwo electric drive

Eine Aufladung der Lithium-Ionen-Akkus (von Tesla) dauert mit 220 Volt rund acht Stunden

Alle reden vom Elektroauto, aber nur wenige haben eins auf der Straße. So wie die Daimler-Tochter Smart mit dem fortwo electric drive. Schon seit Ende 2009 surren die ersten Kunden mit der aktuellen, zweiten Generation des e-Smart (jetzt mit Lithium-Ionen-Batterie) begeistert durch Berlin und andere europäische Großstädte. Jetzt setzt der emissionsfreie Zweisitzer sogar zum Sprung über den großen Teich an. "Im Herbst wollen wir die ersten 100 Fahrzeuge in Amerika ausliefern", sagt Smart-Produktmanager Peter Moos. Hüben wie drüben soll der Elektro-Smart an Firmen und Privatkunden für vier Jahre verleast werden. In den USA für 599 Dollar pro Monat plus 2500 Dollar Anzahlung. In Deutschland entfällt die Anzahlung, dafür beträgt die Monatsrate 700 Euro. Nicht gerade wenig, zumal die Bundesregierung bislang finanzielle oder steuerliche Förder­ung konsequent ausgeschlossen hat. In den USA sieht das anders aus. Allein der Staat gewährt einen steuerlichen Vorteil von bis zu 7500 Dollar, dazu kommen weitere Förderprämien je nach Bundesstaat oder Stadt. Um die Elektromobilität auf den Weg zu bringen "gehört schon ein starker politischer Wille dazu", kommentiert Peter Moos.

An der Technologie sollte es jedenfalls nicht scheitern. Mit Lithium-Ionen-Akku von Tesla im Boden und 30-kW-Elektromotor im Heck kann der fortwo electric drive im "Großstadtrevier" in jeder Beziehung überzeugen. Ohne Automatik-Kopfnicken (weil ohne Getriebe) sowie ohne Motorenlärm, dafür aber mit dem vollen Schub von 120 Nm ab dem ersten Meter zieht es den Zweisitzer mit hellem Summen wie an einem Gummiband nach vorn. In 6,5 Sekunden beschleunigt der fortwo electric drive auf Tempo 60. Eben so schnell wie ein Benziner, den er an der Ampel aus dem Stand aber locker stehen lässt. Die Spitze ist auf 100 km/h begrenzt, um die Batterie nicht zu überlasten.

Im Cockpit erkennt man den Elektro-Smart allein am Amperemeter und Ladestandsanzeiger für die Batterie. Voll aufgeladen lässt es sich so 135 Kilometer weit fahren, Strom "tanken" an jeder normalen Haushaltssteckdose. Eine Aufladung mit 220 Volt dauert rund acht Stunden, ist der Akku nicht ganz leer, geht es auch in dreieinhalb. "Unser Ziel ist es, für die Ladevorrichtun­gen einen herstellerübergreifenden Standard zu etablieren", so Moos. Neben privaten und öffentlichen Ladestationen gehört dazu ein intelligentes Lademanagement, welches der fortwo electric drive als weltweit erstes Elektroauto schon besitzt. Dabei kommuniziert der Bordcomputer mit dem Stromnetz und informiert beispielsweise via iPhone über den aktuellen Ladezustand.



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