Produkt-Test: Scheibenreiniger
Alles klar?
Pflanzenpollen, Baumharze oder Insektenreste auf der Windschutzscheibe – das ist nicht nur unschön, sondern kann auch gefährlich sein, wenn die Sicht dadurch eingeschränkt wird. Daher hat die ACE LENKRAD-Redaktion gemeinsam mit der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) neun Scheibenreiniger für den Sommer genauer unter die Lupe genommen.
Das wichtigste Kriterium war die Reinigungsleistung der Produkte. Um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten, wurde diese in einem standardisierten Verfahren auf dem elektronisch gesteuerten Prüfstand untersucht. Hier mussten die Reiniger zwei verschiedene Arten von Testschmutz entfernen. Der flüssige "Stadtschmutz" simulierte dabei mögliche Verunreinigungen durch Reifenabrieb, Bremsstaub, Abgasruße oder sogenannte Hydrophobiermittel, die bei der Heißwachsbehandlung in Waschstraßen zum Einsatz kommen.
Der "Landstraßenschmutz" auf Ei-Basis simulierte dagegen hartnäckige Insektenrückstände. Er wurde tropfenförmig auf die Scheibe aufgetragen und zusätzlich angefönt – ein absoluter Härtetest für die Scheibenreiniger!
Ausschlaggebend für die Bewertung der Reinigungsleistung war die Anzahl der benötigten Spritz- und Wischvorgänge.
Ebenfalls wichtig war den Testern die Kunststoff- und Lackverträglichkeit. Schließlich dürfen die Reiniger keine Schäden an den im Auto verbauten Materialien verursachen – weder verdünnt noch unverdünnt.
Um unnötigen Werkstattbesuchen vorzubeugen, musste außerdem die Hartwasser- und Alkoholstabilität der Reiniger gegeben sein: In Verbindung mit besonders hartem, kalziumreichem Wasser kann es unter Umständen zu Ausfällungen kommen, die im schlimmsten Fall Düsen und Zuleitungen verstopfen. Die gleiche Gefahr besteht, wenn die Sommerreiniger im Tank der Spritzanlage mit Resten des alkoholhaltigen Winterscheibenreinigers zusam-menkommen. Deshalb sollte im Frühjahr der Wasserbehälter stets vollständig geleert werden, bevor das erste Mal ein Scheibenreiniger für den Sommer zugesetzt wird.
Im Kapitel "Anwendung" wurde vor allem die praktische Handhabung und Dosierbarkeit der Produkte bewertet. Aus Sicherheitsgründen gab es für fehlende Angaben zu Inhaltsstoffen oder mangelhafte Warnhinweise Punktabzug. Wegen der unterschiedlichen Füllmenge und Konzentration der Reiniger wurde ausschließlich der Preis je Liter Fertigmischung berücksichtigt.
Haushaltsmittel wie Geschirrspülreiniger oder Spiritus sind keine empfehlenswerten Alternativen: Bei Ersteren handelt es sich um reine Fettlöser, die hartnäckigen Dreck nicht vollständig entfernen, sondern stattdessen einen Schmutzfilm auf der Scheibe hinterlassen. Und Spiritus hat bei starker Verschmutzung eine zu geringe Reinigungswirkung, dies haben Messungen bei früheren Produkttests immer wieder gezeigt.
Fazit
Erfreulicherweise erzielten die meisten Sommerzusätze bei der Reinigungswirkung insgesamt gute bis sehr gute Ergebnisse. Allerdings war der Landstraßenschmutz (sprich Insektenreste) für alle eine harte Nuss. Hier konnten nur die Produkte von Sonax und Dr. Wack vollständig überzeugen. In puncto Verträglichkeit gab es nur bei den beiden Testkandidaten Beanstandungen, die auch insgesamt am schlechtesten abschnitten. Sie erhielten keine Empfehlung.
Info-Grafik: Alle neun getesteten Produkte







