Camping: Kraftstoffpreise
Sparen beim Fahren
Abstecher zur Tankstelle sind immer teuer, zurzeit aber treibt die Rechnung an der Kasse Tränen in die Augen: Dieselpreise um 1,50 Euro pro Liter tun weh. Innerhalb von zehn Jahren haben sich die Preise fast verdoppelt, damals zahlte man im Schnitt 84 Cent pro Liter. Entgehen können Reisemobil- und Caravanurlauber den Preisen kaum, aber die Schmerzen doch mildern.
Das beginnt mit der Wahl des Urlaubsziels und der Route dorthin. Die deutschen Dieselpreise liegen in Europa im Mittelfeld, weit teurer sind Urlaubsländer wie Schweden und Italien, dort kostet der Sprit mit rund 20 Cent pro Liter deutlich mehr.
Wer nach Westen rollt, kann in Luxemburg einen Stopp einplanen, hier gibt es den Liter circa 20 Cent billiger als in Deutschland. Doch Vorsicht: Weite Umwege haben schon im Alltag wenig Sinn: Viele Kilometer fahren, um wenig Geld zu sparen, kommt teuer.
Lohnender: Vielleicht fällt die Reise diesmal etwas kürzer aus: Wie wär’s mit Südtirol statt Adria, deutscher Nord- und Ostseeküste statt Skandinavien, Frankreich statt Spanien? Zusätzlich entfallen Fährkosten und viele Autobahngebühren.
Auch beim Umgang mit dem Urlaubsfahrzeug lässt sich mancher Liter sparen. Wann haben Sie zuletzt den Reifendruck kontrol- liert? Er macht sich beim Verbrauch bemerkbar – bei zu wenig Luft walkt der Reifen, verformt sich. Auch regemäßige Wartung tut not: Ein zugesetzter Luftfilter erhöht den Verbrauch ebenso wie ihn ein Leichtlauf-Motoröl senkt.
Noch entscheidender ist der persönliche Fahrstil. Jeder Beschleunigungsvorgang kostet Geld, speziell bei schweren und wuchtigen Reisemobilen und Caravans. Deshalb zügig Fahrt aufnehmen und dann gelassen das Tempo halten. Beim Bremsen wird der teuer in Bewegungsenergie investierte Diesel in Wärme umgewandelt – wer vorausschauend fährt, rollt gleichmäßig, bremst wenig, spart Kraftstoff.
Moderne Turbodiesel haben viel Mumm schon bei rund 1500 Touren. Also gleich nach dem Anfahren in den zweiten Gang und nach Erreichen der Reisegeschwindigkeit das Tempo im höchstmöglichen Gang halten. Aber angesichts schwerer Steigungen rechtzeitig zurückschal- ten und die Steilstrecken mit Schwung angehen: Die lange Verweildauer im Vollgasbereich zählt und kostet Geld.
Das Reisetempo ist auf Langstrecken wesentlich. Selbst wenn der Caravan die Tempo-100-Plakette trägt: Man muss das erlaubte Tempo nicht ausnutzen. Lastwagen fahren auf ebenen Autobahnen knapp 90 km/h, wer sich hier einreiht und mitschwimmt, spart Kraftstoff und Nerven, weil viele langwierige Überholmanöver entfallen.
Auch Kleinigkeiten sparen Sprit: Klimaanlage nur bei Bedarf einschalten, nach Kuppen frühzeitig hochschalten und Schwung nutzen, den Schiebebetrieb mit eingelegtem Gang nutzen – dann braucht der Motor nichts. Wer sich dran gewöhnt, macht einen Spar-Sport draus.
Bei Reisemobilen sollten Mieter und Käufer auf die Bauart achten: Die modischen Teilintegrierten sind billiger unterwegs als klobige Alkovenmobile. Und muss es beim Basisfahrzeug wirklich der teure und schwere Dreiliter-Diesel sein? In gängigen Größenklassen reicht der sparsamere 2,3er mit 130 oder 148 PS völlig aus.





