Europa: Istrien

Antike und Moderne

01.03.2009 12:00

Die Halbinsel bildet ein magisches Dreieck, auf dem scheinbar Unvereinbares harmonisch nebeneinander existiert: junges Strandleben, antike Zeitzeugen und mo­der­ner Komfort in einer grandiosen Naturlandschaft.


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Das römische Amphitheater dominiert den Hafen der Stadt Pula

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Entlang der Traumküste bieten komfortable Hotels, familienfreundliche Ferienresorts und Campingplätze Quartier

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Romantische Hafenansicht

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Kleiner Leuchtturm an der Küste

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Beim Genuss von cremigen Cappuccini und kühlen Drinks zwischen den jahrtausendalten Häuserfassaden fällt einen die geistige Zeitreise nicht schwer

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Über bunte Märkte bummeln: in den idyllischen Altstadtgassen multipliziert sich der Genuss

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Buchten mit glasklarem Wasser laden zum Schwimmen ein

Die Kinder wundern sich überhaupt nicht. Schließlich ist so ein Amphi­theater für Gladiatoren gemacht. Bei den Erwachsenen allerdings ruft der An­blick von fünfzig knapp bekleideten Käm­pfern in der römischen Arena von Pula durch­aus Staunen hervor. Wenn die älteste Stadt der Ost-Adria im Frühling ihre antiken Wurzeln feiert, erwacht ihre 3000-jährige Geschichte in unzähligen steinernen Zeit­zeu­gen.

Als unumstrittene Hauptattraktion gilt die zwischen 31 v.Chr. und 79 n.Chr. erbaute Are­­na. Mit 133 mal 105 Metern war sie ei­nes der größten römischen Amphitheater, in dem bis zu 23 000 Besucher bei blutigen Gla­diatoren- und Tierkämpfen unterhalten wur­den. Heute bevorzugen die Bewohner der Hafenstadt friedliche Freizeitbeschäf­tigungen und in den Sommermonaten bildet die gut erhaltene Arena eine unvergleichliche Kulisse für Festivals, Opern und Kon­zerte.

Erfrischend jugendlicher Esprit belebt dann auch die Altstadt von Pula, die man am eindrucksvollsten durch den acht Meter hohen römischen Sergierbogen betritt: Beim Bum­mel über den Markt mit seiner schönen Jugendstilhalle, den bunten Farben, Düften und Naschereien lässt sich das Dolce Vita des Südens schon früh im Jahr inhalieren; denn die Frühlingssonne ist in Istrien immer schon etwas wärmer als bei uns. Beim Genuss von cremigen Cappuccini oder kühlen Drinks zwischen den jahrtau­sendealten Häuserfassaden fällt einem die geistige Reise in eine Zeit nicht schwer, in der die "Colonia Iulia Pola Pollentia Her­culanea" mit 30.000 Einwohnern, präch­ti­gen Gebäuden, berühmten Bädern und Aquä­dukten die reichste Stadt der Halb­insel und das bevorzugte Ziel luxusverliebter Römer war. "Ciao – Ciao" rufen sich die Istrier heute zu und brausen mit pastellfarbenen Vespas durch die kopfsteingepflasterten Gassen. Das Leben ist schön! Während in der Altstadt das Erbe der Römer dominiert, finden sich östlich davon zahlreiche Einflüsse der österreichisch-ungarischen Mo­narchie. Nachdem die Stadt durch Krie­ge und Krankheiten auf 300 Einwohner ge­schrumpft war, erblühte sie unter den Österreichern (ab 1856) erneut und wuchs zum wichtigsten k. u. k. Marinehafen mit gewaltigem Kriegsarsenal, Schulen, Spitälern, Stra­ßenbahnen, Hotels, Bierstuben, Cafés und Marinecasino. 1914 war Pula eine der am besten befestigten Städte Europas und zählte 60 000 Einwohner. Nur wenige davon sollen sich in die ersten Seebäder gewagt ha­ben, denn ein Bad im Meer galt damals noch als großes Abenteuer. Der sehenswerte (!) Marinefriedhof im Stadtteil Stoja do­kumentiert viele Schicksale dieser ereignisreichen Zeit.

Heute ist die Ferienregion Pula-Medulin vor allem wegen ihrer oft herrlich natürlichen Küste beliebt. Ganz in der Nähe des Marinefriedhofs erstrecken sich Pulas "Gol­dene Klippen", steil abfallende, im Sonnen­licht schimmernde Felsen und Badebuch­ten, über denen ein asphaltierter Küsten­weg die Landspitze Stoja mit der Halbinsel Verudela verbindet – mit Hotels, Appar­te­ments und unzähligen Freizeiteinrichtungen eine Ferienwelt für sich.

Private Wohnatmosphäre findet man auf der anderen Seite des Jachthafens: das feine Boutiquehotel Valsabbion, in dem bereits Naomi Campbell, Sting oder John Malko­vich genächtigt haben und dessen Zimmer auch für "Normalsterb­liche" leistbar sind. Das zeitgeistig gestylte Restaurant im Erd­geschoss veredelt die Früchte des Adria­raumes zu hocharomatischen Kunst­werken und auch der Wein­keller spielt inter­nationale Stücke, weshalb zahlreiche Fein­schmecker und Gour­met­guides dort die beste Küche der Halbinsel lokalisieren. Ne­ben seinem historischen Erbe hat Istriens Südküste zwischen Pula, Medulin und dem Halb­in­sel­spitz Punta noch einiges zu bieten: 2300 jähr­liche Sonnenstunden, kristallklares Wasser, versteckte Buchten, kindgerechte Strän­de, pinienbeschattete Campingplätze, lebendige Ferienorte und moderne Hotel­an­­la­gen für jeden Geldbeutel und Ge­schmack.

Viel hat sich in dem antiken Fischer­dörf­chen Medulin verändert, seitdem die Römer sich dort niedergelassen hatten, die Lebens­freude ist geblieben. Das Verhältnis von 1800 Einwohnern zu 5000 Gästebetten erzählt von fröhlichen Tavernen, Grilldüf­ten, Musik und Sommerfesten in lauen Näch­ten. Zehn vorgelagerte Inselchen und die Chance, selbst in der Hochsaison noch ein stilles Plätzchen zu entdecken, machen diesen Ort einzigartig. Rund zwanzig idyllische Campingplätze haben sich an der Küste eingenistet – allesamt in feinster Mee­reslage. Sommers sind nahezu alle Wasserspaß- und Sportmöglichkeiten präsent, doch zu keiner anderen Jahreszeit ist der Südzipfel Istriens so vielfältig erlebbar wie im Frühling. Die Hotels locken mit Sonderpreisen und die mild wärmende Son­ne lässt sich öfter und länger blicken als bei ihren nördlichen Nachbarn. Jetzt geht es auf den Tennisplätzen am Meer schon richtig rund und zahlreiche internationale Fuß­ball­teams und Leichtathleten nutzen das milde Klima für ihre Trainingslager.

Wegen der günstigen Winde ist Istriens südlichster Ort Premantura bei Surfern und Seglern besonders beliebt und bildet außerdem das Eingangstor zum Naturschutz­gebiet Kap Kamenjak – ein fantastisches Fleckchen Erde! Sagenhafte 500 mediterrane Pflanzenarten (mehr als 20 wilde Orchi­deensorten) sind hier auf kleinstem Raum zu Hause und hinter Wiesen, Macchia und Pinienwäldchen bieten weiße Küstenstrei­fen und die blitzblaue Adria eine fantastische Kulisse zum Sonnenbaden. Besonders angenehm lässt sich das Kap zu Fuß entdecken, Zweiradler müssen auf den unbefestigten Anfahrtswegen mit einigen Staubwolken rechnen. Allgemein zeigt sich der Südzipfel Istriens durch und durch sportlich und allein an der Riviera von Medulin sorgen Fitness-Parcours (14 km), Tennisplätze, Reitställe, Wassersport-Center und Tauchschulen für Bewegung. Man kann aber auch eine Kul­turreise ins nahe Pula unternehmen oder ganz faul die von Akazienblütenduft untermalten Streicheleinheiten der Früh­lings­sonne genießen und darüber nachdenken, ob’s am Abend ein feines Restaurant oder eine urige Konoba werden soll. Alles ist möglich.


Traumhafte Strände

Informationen

Unterkünfte
Viele namhafte Reise­veranstalter bieten Hotels, Ferienwohnun­gen und Mobilhomes. Infos beim ACE-Reisebüro unter 0 18 02/33 66 79* oder
http://www.ace-reisen.de/

Anreise mit dem Auto
Das gut ausgebaute slowenische Autobahnnetz führt inzwischen nahezu lückenlos zum Meer: München – Pula rund 600 km. Eine genaue Routen­ausarbeitung zum Urlaubsort mit Reiseinfor­mationen und Hinweisen gibt’s von der ACE-Touristik: Anfordern unter 0 18 02/33 66 77* oder http://www.ace-online.de/

Mit dem Flugzeug
Pula wird als größter internationaler Flughafen Istriens  angeflogen. Neue Low-Cost-Verbindun­gen gibt es mit Intersky (http://www.intersky.biz/) und German Wings (http://www.germanwings.com/).
Zu den meisten Urlaubsorten lassen sich Busshuttles buchen.

Mit dem Schiff
Fährverbindungen von Venedig und Zadar: http://www.jadrolinija.hr/

Lektüre
Das kostenlose Istrien Magazin bietet viele Tipps aus der Region. Anfordern: http://www.istra.hr/. DuMont Reise-Taschenbuch mit Karte "Kroatische Küste", 14,95 Euro im Buchandel.

DREImal am Meer wohnen
Arenaturist, der größte lokale Ferienanbieter, offeriert zwischen Pula und Medulin Ferienan­lagen, Campingplätze, Appartements und Hotels für jeden Geschmack (z.B. spezialisierte Sport­hotels), http://www.arenaturist.hr/. Hotel Valsabbion: Pula / bei Marina Veruda, Pješcana Uvala IX/26. Kleines feines Boutiquehotel mit Penthousepool, http://www.valsabbion.hr/. Kamp Kazela: Camping-Ferienzentrum mit Privatstrand in Panoramalage, neue Mobilheime direkt am Meer, Appartements und Minichalets, Wasserpark, Restaurants, Supermarkt, http://www.kampkazela.com/.

DREImal einfach und gut essen
Das Herz einer echten istrischen Konoba ist die offene Feuerstelle, auf deren Grillrosten Fisch, Fleisch und Muscheln brutzeln. Tipp: Schmorgerichte aus der "peka" (Metall- oder Tonglocke, die unter der Asche gart). Buffet Na Rivi, Pula, Flaciusova 4, Miloš Capalija brutzelt im schlichten Gastgarten an der Hafenstraße die besten Cevapcici der Stadt. Konoba Batelina, 52100 Pula-Banjole, hervorragende Fischerküche, gute Weine. Gina, 52100 Pula, klassische regionale Fischküche in gemütlichem Ambiente.

DREImal fein speisen
Auch anspruchsvolle Gourmets finden in Istrien mittlerweile hervorragende Restaurants. Die drei besten in der Region Pula-Medulin: Restaurant Milan, Pula, Stoja 4. Elegantes, familiär betriebenes Frischfischrestaurant mit langer Tradition. Restaurant Valsabbion, Pula/bei Marina Veruda, laut Gault-Millau das beste Restaurant Istriens. Das modernste in jedem Fall. Villa Vulin, 52100 Pula, Tom maseova 10, kaum bekanntes mediterranes Restaurant mit Enoteca in "Richie-Rich-Ambiente".

Auskünfte
Kroatische Zentrale für Tourismus: 60311 Frankfurt, Kaiserstr. 23, 069/2385350, http://www.kroatien.hr/, TVB Istrien http://www.istra.hr/, TVB Pula http://www.pulainfo.hr/, TVB Medulin http://www.medulin.hr/

* (6 Cent aus dem deutschen Festnetz / Mobilfunk gg. mehr)


Info-Grafik: Landkarte von der Halbinsel Istrien



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